ABIGOR – Höllenzwang (Chronicles of perdition)

Copyright: Avantgarde Music / Abigor
Copyright: Avantgarde Music / Abigor

ABIGOR gehören seit ihrer Gründung 1993 zu den Bands im Black Metal, von denen man bei jedem neuen Release alles und nichts erwarten darf. Keine Veröffentlichung hört sich wie die andere an, was einerseits dem Anspruch ans wahre Künstlertum geschuldet ist. Andererseits jedoch ist diese Kompromisslosigkeit darauf zu beziehen, dass man auch heute noch den ursprünglichen Idealen des frühen Black Metals verpflichtet ist. Was heißt: Black Metal bedeutet Rebellion gegen jede Form des Establishments, also auch gegen die vom Kommerzbetrieb vereinnahmte Seite dieser Musik; Black Metal ist Ausdruck eines tiefen seelischen Empfindens, was durch die Musik hervorgeholt wird; Black Metal ist etwas absolut Eigenständiges, das der Künstler für sich selbst interpretiert und das sich nicht in Schubladen pressen lässt. „ABIGOR – Höllenzwang (Chronicles of perdition)“ weiterlesen

WATAIN – Trident wolf eclipse

Copyright: Century Media Records / Watain (picture shows the cover from the limited Digipack)
Copyright: Century Media Records / Watain (image shows cover from the limited Digipack)

Disclaimer:
Wer von Anfang an auf Black Salvation dabei ist, weiß, dass WATAIN die Band ist, die mir musikalisch und emotional am nächsten steht und dass ich dieses Review daher nur bedingt objektiv gestalten kann, was ich in der Vergangenheit zumindest versucht habe. Ich werde das Folgende daher einfach aus mir heraus fließen und den Moment für sich sprechen lassen. Da ich diesen Release zudem zum Anlass nehme, in den nächsten zehn bis vierzehn Tagen mal wieder ein persönliches Bandspecial über die für mich in den letzten 15 Jahren so wichtige Band zu veröffentlichen, lege ich den Fokus nur auf das aktuelle Album.

Weit über vier Jahre hat es gedauert, bis in Form von „Trident wolf eclipse“ das sechste Studioalbum der schwedischen Black Metal-Legende WATAIN nun endlich veröffentlicht wurde. Und die Warterei hat sich definitiv mehr als gelohnt. Zwar brachte man seit dem umstrittenen Vorgänger von 2014, „The wild hunt“, die eine oder andere Veröffentlichung unter das Volk; so recht konnte man damit die Lust auf einen vollwertigen Longplayer aber nicht befriedigen. Lediglich die „Tonight we raise our cups and toast in angels blood: A tribute to Bathory“-LP  aus dem Februar 2015 war so etwas wie ein Ersatz. „WATAIN – Trident wolf eclipse“ weiterlesen

SUMMON – Aesthetics of demise

Copyright Iron Bonehead Productions / Summon
Copyright: Iron Bonehead Productions / Summon

Es fasziniert mich immer wieder, wie aus einem so von der Sonne verwöhnten Land wie beispielsweise Portugal, der Heimat von SUMMON, ein solch finsterer Bastard aus Black und Death Metal entstehen kann wie im Falle der schon im Juni 2017 erschienen Debüt-EP „Aesthetics of demise“. Gerade haben Iron Bonehead Productions die News rausgehauen, dass in wenigen Monaten die erste Full-length namens „Parazv il Zilittv“ erscheinen wird. Dies möchte ich zum Anlass nehmen und im Vorfeld noch auf die EP einzugehen, deren Review zu erstellen mir aus den bekannten Gründen vergangenen Sommer nicht möglich war. In den gut 26 Minuten herrscht in erster Linie gemäßigtes Midtempo vor, was für einen schweren und erdrückenden Gesamtsound sorgt. „SUMMON – Aesthetics of demise“ weiterlesen

VHORTHAX – Nether darkness

Copyright: Iron Bonehead Productions / Vhortax
Copyright: Iron Bonehead Productions / Vhorthax

Gleich zu Beginn des Jahres 2018 kredenzen uns Iron Bonehead Productions mit der Debüt-MCD „Nether darkness“ der aus Russland stammenden VHORTHAX ein alles verschlingendes Monster aus schwärzestem Black und Death Metal. In den präsentierten vier Songs (plus Intro und Outro) wird eine unglaublich dichte Atmosphäre aufgebaut, die momentan ihresgleichen sucht. Nicht, dass man etwa komplett neue Wege beschreiten würde. Die Grundstrukturen der Tracks gehören durchaus zum Standard. Allerdings wird durch die Verquickung von okkultem Black Metal und finsterem Death / Doom dem Ganzen etwas Bitterböses beigemischt. Viel zum Gesamtsound trägt auch die rohe, aber druckvolle Produktion bei: „VHORTHAX – Nether darkness“ weiterlesen

ECTOPLASMA – Cavern of foul unbeings

Copyright: Memento Mori / Ectoplasma
Copyright: Memento Mori / Ectoplasma

Das Revival des klassischen Death Metal hält auch weiterhin an. Ständig kriechen neue Bands aus ihren Löchern, um den alten Helden zu huldigen und dabei mal mehr, mal weniger eine eigene Identität entwickeln. Bei einigen Bands sind die Reverenzen so deutlich, dass es schon wehtut, andere Bands wiederum nutzen sie mit einer gewissen Ironie, was durchaus auch seinen Charme hat. Andere Gruppen wiederum spielen diese Musik aus totaler Leidenschaft heraus, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob und wie deutlich die Einflüsse bemerkbar sind. Zur letzten Kategorie zählen die Griechen ECTOPLASMA, die am 22.01.2018 ihre zweite Full-length „Cavern of foul unbeings“ vorlegen. „ECTOPLASMA – Cavern of foul unbeings“ weiterlesen

DRUID LORD – Grotesque offerings

Copyright: Hells Headbangers Records / Druid Lord
Copyright: Hells Headbangers Records / Druid Lord

Es wird mal wieder Zeit für eine Ladung schwärzesten Doom / Death Metal. Mit dem zweiten Album der aus Florida stammenden DRUID LORD liegt man in der Hinsicht goldrichtig. „Grotesque offerings“ ist ein höllisch schwerer Bastard aus finsterstem Doom und altem Death Metal, wie er zumeist Mitte bis Ende der 80er-Jahre zu finden war und durchaus seine Einflüsse aus der heimischen Orlando-Szene zieht. Dem Album wurde zudem eine extrem drückende Produktion verpasst: Der Gitarrensound ist klar, während der Bass so tief gestimmt ist, dass es klingt, als würden die Boxen kratzen. Allerdings auf die Art und Weise, die gleichzeitig so viel Druck erzeugt, dass jeder Anschlag in die Magengrube hämmert. „DRUID LORD – Grotesque offerings“ weiterlesen

PERDITION WINDS – Transcendent emptiness

Copyright: Hellthrasher Productions / Perdition Winds
Copyright: Hellthrasher Productions / Perdition Winds

Finnland! Land der tausend Seen, Heimat des War Black Metal sowie der zahllosen, mit einzigartigen Melodien arbeitenden Black Metal-Bands. Gut, letzteres ist natürlich nur zum Teil richtig. Denn dass man auch ohne die für das Land so typische Melodieführung ein packendes Album erschaffen kann, beweisen die seit 2010 aktiven PERDITION WINDS, die vor wenigen Wochen ihren zweiten Longplayer „Transcendent emptiness“ auf die hungrige Meute losgelassen haben. Dabei macht man einen ordentlichen Sprung nach vorne seit dem 2014 erschienenen Erstling „Aura of suffering“: „PERDITION WINDS – Transcendent emptiness“ weiterlesen

HALPHAS – Dawn of a crimson empire

Copyright: Folter Records / Halphas
Copyright: Folter Records / Halphas

Der heimische Black Metal ist im Moment so stark wie schon lange nicht mehr. War das Jahr 2017 bereits von erstklassigen Releases geprägt (zum Beispiel der Debüts von Magoth und Blyh sowie von schon länger aktiven Bands wie Beltez und Heretoir) gab es zum Jahresende in Form des ersten Silberlings der Mainzer HALPHAS, „Dawn of a crimson empire“, noch einmal gehörig einen auf die Lauschlappen. Mit einer richtig starken Produktion, ausgefeilten Songs und jeder Menge Energie prescht man aggressiv nach vorne, um schon bald zu den Größen im Genre aufschließen zu können. Überzeugend ist dabei vor allem die Instrumentalfraktion, denen man ihr Können zu jeder Zeit anhört.

Das Intro „Summoning“ ist mit seinem Beschwörungsritual zwar nicht so ungewöhnlich für das Genre, aber mich persönlich freut es, dass es immer noch Bands gibt, die ihr Album auf diese Art und Weise einläuten. Mit dem finalen Paukenschlag sowie recht geruhsam steigt man schließlich in den Opener „Call from the depths“ ein. Doch schon bald zieht man das Tempo ganz gewaltig an; und hier zeigt sich gleich eine der Stärken des Quartetts: Wo sich viele Bands sinnloser Raserei ergeben, geht man hier schon beinahe strukturiert vor. Die Breaks zwischen den eingestreuten Tempiwechseln sind ausgezeichnet gesetzt und sorgen damit für eine gehöriges Maß an Atmosphäre. Zugegeben: Beim Lesen des nächsten Titels, „Through the forest“, zogen direkt übelste 90er-Jahre-Klischees vor dem inneren Auge hervor. Jedoch mausert sich der Song recht schnell zu einem eigenständigen Stück Musik, dass seinen ganz eigenen Hymnus entwickelt (und live mit Sicherheit ordentlich knallen dürfte). Gerade die Midtempo-Struktur macht den Track extrem reizvoll und sorgt für rasch schmerzende Nackenwirbel. Für dieses fantastische Riff würde so manch unterdurchschnittliche Pagan-Band töten. Das folgende „Sword of the Necromancer“ bleibt hinsichtlich des Riffings in dieser Richtung, legt jedoch an Geschwindigkeit um einige Zacken zu. Und das wird während dieser sieben-einhalb Minuten auch nicht langweilig, da der Track sehr geschickt arrangiert ist und immer mal wieder leichte Kontrapunkte setzt, die man erst beim zweiten oder dritten Durchgang auch wirklich wahrnimmt. „FMD“ verzichtet anschließend auf das Riffing der beiden vorigen Tracks und arbeitet wieder mit etwas ‚klassischerer‘ Struktur. Als Vergleich dürften hier Dark Funeral oder Setherial in ihren langsamen Parts dienen, obwohl man durchaus eigenständige Akzente setzt. So sind gerade die gekeiften Vocals weitab vom ‚Kreisch-Standard‘ vieler anderer Bands. Gut gelungen ist das akkustische Song-Outro, in welches man ohne atmosphärischen Bruch wechselt und das eine willkommene Abwechslung darstellt. Im maliziösen „Malice“ zeigt man sich jedoch wieder von seiner besten Seite und haut zusammen mit „Damnation of the weak“ zwei etwas kürzere Tracks in Folge raus. Auch hier wird Abwechslungsreichtum wieder groß geschrieben und läutet somit den Closer „Empire“ ein. Und das ist ein wahres Epos! In den neun-einhalb Minuten spannt man den Bogen über das komplette Album und bündelt sämtliche Stärken innerhalb eines Songs. Besonders mit dem langen instrumentalen Teil ab ca. der Hälfte erschafft man einen der intensivsten Momente im modernen Black Metal. Das ist absolut großartig und zeugt davon, dass man songschreiberisch in Zukunft einiges erwarten darf!

Ich gebe ehrlich zu, dass mich „Dawn of a crimson empire“ positiv überrascht hat. Wie oben bereits angedeutet, hatte mich beim Lesen der Songtitel zwar bereits das kalte Grausen gepackt, jedoch führen diese in die Irre. Ob das nun gewollt ist oder einfach nur für die Kompromisslosigkeit spricht, mit der man zu Werke geht, steht mir zu beurteilen nicht zu. Musikalisch lässt man jedenfalls nichts anbrennen und setzt mit diesem Album eine mehr als nur deutliche Duftmarke im Black Metal. Noch ein oder zwei weitere Alben in dieser Qualität und man wird sich endgültig ins Mark der Szene eingebrannt haben. PFLICHTKAUF!!! +++ 8,5 / 10 Punkten

Um euch die stilecht aufgemachte CD zuzulegen, besucht ihr entweder den Webshop oder die Bandcamp-Seite des Labels, wo ihr wie gewohnt auch den Download erwerben könnt. Alternativ dazu erhaltet ihr „Dawn of a crimson empire“ auch über den Bandcamp-Shop von HALPHAS (allerdings nur digital).

Copyright: Halphas
Copyright: Halphas

HALPHAS – Dawn of a crimson empire
Black Metal from Germany
Label / Distribution: Folter Records (CD) & Bandcamp (Download)
Running time: 48:48 minutes
Release date: 15.12.2017 (all formats)

www.folter666shop.de
www.bandcamp.com (Folter Records)
www.bandcamp.com (Halphas)

F41.0 – Bürde

Copyright: Geisterasche Organisation / F41.0
Copyright: Geisterasche Organisation / F41.0

Es erstaunt mich immer wieder, wie viel Herzblut ganz besonders die kleinsten Labels in ihre Bands und deren Veröffentlichungen stecken. Die Rheinland-Pfälzer ‚Geisterasche Organisation‘ sind dafür ein perfektes Beispiel. Nicht nur liegt der Fokus auf Black Metal jenseits der Norm, auch ist die visuelle Präsentation der jeweiligen Alben stets ein Erlebnis. Diesen Eindruck untermauert einmal mehr das aktuelle, zweite Album von F41.0, die nicht nur sehr intensiven, atmosphärischen Black Metal darbieten, sondern auch ein Artwork präsentieren, das alles andere als konventionell ist und in keinster Weise an irgendwelche Klischees erinnert. „Bürde“ bietet jedoch nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch für die Ohren. „F41.0 – Bürde“ weiterlesen

UNAUSSPRECHLICHEN KULTEN – Keziah Lilith Medea (Chapter X)

Copyright: Iron Bonehead Productions / Unaussprechlichen Kulten
Copyright: Iron Bonehead Productions / Unaussprechlichen Kulten

Es gibt einfach Bands, die bekommt man nicht mehr aus seinem Kopf heraus. Im besten Falle liegt das natürlich an der (guten wie schlechten) Musik, die sich den meisten Menschen wohl am ehesten einprägt. Aber auch der Bandname spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Manche sind kurz und sofort einprägsam, hin und wieder einfach total albern und wieder andere können wegen des beinahe unaussprechlichen Namens für viele auch ein Hindernis bei der Aussprache darstellen. So wie die seit 1999 regelmäßig den Underground aufmischenden Chilenen UNAUSSPRECHLICHEN KULTEN, die gerade über Iron Bonehead Productions ihr viertes Album „Keziah Lilith Medea (Chapter X)“ veröffentlichten. „UNAUSSPRECHLICHEN KULTEN – Keziah Lilith Medea (Chapter X)“ weiterlesen