Celebrations of Life and Death

URN – The burning

Copyright: Iron Bonehead Productions / Urn
Copyright: Iron Bonehead Productions / Urn

Satte neun Jahre mussten wir warten, bis uns das finnische Black / Thrash-Kommando URN wieder mit einem neuen Longplayer beehrt. Die lange Pause zwischen den Alben drei und vier hat dem Quartett sichtlich gut getan, was man nun mit „The burning“ sehr eindrucksvoll unter Beweis stellt. Schon das vorab vorgestellte „Sons of the Northern Star“ zeigte, dass man nichts verlernt hat, sondern im Gegenteil eine gewaltige Steigerung verzeichnen kann. Aggressiver als in der Vergangenheit und absolut kompromisslos gibt es zehn Tracks feinsten angeschwärzten Thrash Metals auf die Ohren. Die Gitarren sind dabei nur angezerrt, so dass man jeden Anschlag hört und sich die ganze Riffgewalt mit einer wahnsinnigen Power entfaltet. „URN – The burning“ weiterlesen

BLACK MARCH – Praeludium exterminii

Copyright: Black March
Copyright: Black March

Es wird mir ja ganz gerne der Vorwurf gemacht, dass mein Augenmerk zu sehr auf okkultem Black Metal, Old School Death Metal oder auch auf Post-Black Metal-Bands liegen würde. Ein Kritikpunkt, den ich zwar verstehen, jedoch nur bedingt nachvollziehen kann. Bedenkt man, dass es eine Menge Bands gibt, die ich hier reviewt habe, die teils sehr doomig sind, andererseits auch immer mal wieder eine gehörige Portion Thrash beinhalten, ist meines Erachtens nach für genügend Abwechslung beim Lesen gesorgt. Einen weiteren Beitrag in Sachen Black / Thrash Metal bilden die Franzosen BLACK MARCH, die im Mai diesen Jahres ihr Debüt „Praeludium exterminii“ digital über Bandcamp veröffentlichten. Throats Productions haben sich dieses starken Releases angenommen und veröffentlichen ihn am 16. November nun endlich auf CD. „BLACK MARCH – Praeludium exterminii“ weiterlesen

ENSNARED – Dysangelium

Copyright: Dark Descent Records / Invictus Productions / Ensnared
Copyright: Dark Descent Records / Invictus Productions / Ensnared

Es ist seltsam: Fällt der Begriff ‚Death Metal‘, dürften die meisten wohl als erstes an Länder wie Schweden, die USA oder Finnland denken. Eventuell noch Deutschland, Polen und Südamerika. Die Chancen stehen mehr als gut, dass man beim Erraten des Herkunftlandes der jeweiligen Band ins Schwarze trifft. So auch bei ENSNARED, denen man ihre Herkunft aus Schweden unverkennbar anhört, obwohl sie nichts mit dem tyischen Swedeath zu tun haben. Seit 2010 aktiv, hat man in dieser Zeit eine Demo und eine EP veröffentlicht. Zwischen dem EP-Release im September 2013 und dem im Mai diesen Jahres veröffentlichten Debüt „Dysangelium“ vergingen satte 44 Monate, was darauf schließen lässt, dass man sich für die Veröffentlichung viel Zeit genommen hat, um die Qualtiät weiterhin so hoch halten zu können, wie es bereits die ersten beiden Releases versprachen (und was man zwischen 2005 bis 2010 bereits mit Gravehammer ins Rollen brachte). Und das ist definitiv rundum gelungen. Das Jahr 2017 strotzt bisher nur so von erstklassigen Debüts im Death Metal (ebenso wie im Black Metal), so dass manch einer auf Grund des Überangebots sicherlich etwas zurückhaltender in seiner Euphrie wäre. Dagegen spricht allerdings, dass man bereits beim ersten großen Death Metal-Boom Ende der Achtziger / Anfang der Neunziger gut ausgesiebt und die Spreu vom Weizen getrennt hat. Überlebt haben in erster Linie die Bands, die mit Herzblut und voller Überzeugung bei der Sache waren. Und das schlägt sich eben auch in der heutigen Szene wieder. Es gibt nach wie vor Bands, die aus jedem noch so kleinen Trend Kapital schlagen wollen; die gehen heute dankenswerter Weise jedoch ebenso schnell unter, wie sie hochgekommen sind. Die, die es schaffen finden entweder ihre ganz eigene Nische oder aber haben einfach einen unverkennbaren Sound, den man mit nichts anderem vergleichen kann, obwohl man immer noch eindeutig das eine oder andere Genre bedient.

In diese Kerbe schlägt eben auch das ENSNARED-Debüt. Die Schweden brennen förmlich für den Death Metal, wie der Opener „Crushing the meek of heart“ extrem eindrucksvoll beweist. Und nicht nur die starke Produktion unterstreicht diesen ersten Eindruck. Auch die musikalischen Fähigkeiten sind ohne jeden Zweifel extrem gut. Im oberen Midtempo mit fast durchgehender Doublebass, eigenständigem Riffing und in mittleren Tonlagen gegrowlten Vocals angelegt, schafft man von diesen ersten Momenten an richtig viel Spannung auf die etwas mehr als 45 Minuten feinsten Todesmetalls. Das anschließende „Interlude I“ als Instrumental nimmt diese nicht etwa heraus, sondern schafft eine Brücke zum folgenden „Gale of Maskim“: Einen ordentlichen Zacken schneller als der Opener und mit einigen verdammt guten Leads gefüllt (im besten Sinne des Wortes), ist nach dieser knappen Viertelstunde bereits ein erster Höhepunkt erreicht. Alleine schon das letzte Viertel, in dem ein Lead immer und immer wieder wiederholt wird und die Snare unbarmherzig dazu klopft, wirkt regelrecht hypnotisch. „Interlude II“ ist hier das genaue Gegenteil. Vom Rhythmus sehr ritualistisch, nimmt man erstmals das Tempo komplett heraus und verschafft dem Hörer so eine kurze Atempause, bevor man in „Antiprophet“ überwiegend wieder aufs Gas drückt. Der Mittelteil, in dem die Geschwindigkeit kurz herausgenommen wird, sorgt hier für die nötige Abwechslung. Das sehr ruhige, fast schon tranceartige „Interlude III“ ist ein regelrechter Kontrapunkt zum bisherigen Material des Albums, leitet allerdings auch perfekt über zum schon im Vorfeld des Releases vorgestellten „Apostles of dismay“. Und auch im Kontext des Albums gesehen ist dieser Track der absolute Höhepunkt: Das sehr langsame Intro, das nach dem ersten Drittel in die schon bekannten Geschwindigkeitsregionen wechselt, schafft Atmosphäre pur. Man stelle sich Dissection einfach ohne deren typische Melodien vor, dann kommt man auf die Essenz dessen, was ENSNARED und besonders diesen Track ausmachen. Der nahtlose Übergang in „Interlude IV“ ist ebenfalls ein gut geglücktes Kunststück, da man sich auf diese Weise nicht aus dem Track herausgerissen fühlt und somit doch recht eindrucksvoll das letzte Drittel eingeleitet wird. „Impious immance“ schwebt erneut in rasenden Death Metal-Sphären und hat zudem erstklassige Leads und das eine oder andere gut eingestreute Break. Die sind natürlich auch in anderen Tracks vorhanden, aber in „Impious…“ sind sie am effektivsten eingesetzt. Das nun folgende „Interlude V“, das letzte auf „Dysangelium“, ist wie die anderen wieder völlig unterschiedlich zu diesen und ist ein kurzes akkustisches Zwischenstück. Mit dem Album-Closer und gleichzeitig dem Titeltrack wird abschließend der Kreis geschlossen. „Dysangelum“ vereint wunderbar alle Stärken des Albums in seinen sechs Minuten und hat zudem das am stärksten an die schon genannten Dissection erinnernde Lead. Große Klasse!

Ich hatte mich extrem auf „Dysangelium“ gefreut und bin umso glücklicher, jetzt endlich die Zeit gehabt zu haben, mich mit diesem ausgezeichneten Werk zu befassen. Ganz persönlich gilt, dass es in einem reinen Top-10-Ranking der besten Death Metal-Alben dieses Jahres ganz weit oben landen würde und es sicher auch wird. Jeder, der Wert auf eine Mischung aus brutalen und stellenweise melodischen Leads legt, wird an diesem Album seine wahre Freude haben. Definitiv Pflichtkauf!!! +++ 8,5 / 10 Punkten

Wer sich dieses fantastische Album Schwedentods nicht ins heimische Regal stellt, erntet zumindest von mir nur Unverständnis. Daher ab in den Shop von Invictus Productions bzw. deren Bandcamp-Shop und sich das Album endlich geordert.

Copyright: Ensnared
Copyright: Ensnared

ENSNARED – Dysnagelium
Death Metal from Sweden
Label / Vertrieb: Dark Descent Records / Invictus Productions / Bandcamp (Download)
Running time: 47:37 minutes
Release date: 12.05.2017

www.invictusproductions.net
www.bandcamp.com

NOCTURNES MIST – Diabolical baptism

Copyright: Seance Records / Nocturnes Mist
Copyright: Seance Records / Nocturnes Mist

Dass aus einem Land wie Australien finsterster Black Metal kommt, sollte man zunächst eher nicht vermuten, sofern man nicht mit der Szene vertraut ist. Es liegen einem jedoch auch spontan Namen wie Deströyer 666, Bestial Warlust, Sadistik Execution oder auch Gospel of the Horns auf den Lippen, die alle besonders in der War Metal-Szene hochgelobt werden, obwohl einige der gerade genannten Truppen einen ganz gewaltigen Thrash-Einschlag haben und eher Referenzen in Richtung Desaster aufkommen lassen. Von daher ist es sehr erfrischend, dass die Süd-Australier NOCTURNES MIST, die bereits seit 1998 aktiv sind und kurz vor dem Release ihres dritten Albums stehen, einen anderen Weg einschlagen. „NOCTURNES MIST – Diabolical baptism“ weiterlesen

ANTIVERSUM – Cosmos comedenti

Copyright: Invictus Productions / Antiversum
Copyright: Invictus Productions / Antiversum

Die Schweiz ist auf der Metal-Landkarte nach wie vor nicht besonders üppig gefüllt. Sicher, es gibt/gab Bands wie Hellhammer/Celtic Frost/Triptykon oder Coroner, die auf die eine oder andere Szene einen ziemlichen Einfluss hatten/haben. Aber sonst? Wirklich in Erinnerung geblieben ist mir in den letzten zwölf Monaten nur das Debüt von UNGFELL Anfang diesen Jahres („Tôtbringære“) sowie das Demo der Züricher ANTIVERSUM von 2015 („Total vacuum“), die mich in ihrer Unterschiedlichkeit beide sehr beeindruckt haben. Letztere legen nun Ende September mit „Cosmos comedenti“ ihr Debüt vor. Und das ist mit wenigen Worten so beschrieben: eindrucksvoll, böse und nicht in eine Schublade zu stecken.

Das stellt bereits der Opener „Antinova“ unter Beweis, der mit seiner Mischung, aus Black / Death und Doom Metal eine extrem schwere Atmosphäre kreiert. Völlig unmöglich, die Band auf ein bestimmtes Stilelement zu reduzieren oder sie genau zu verorten. Dazu klingt das alles viel zu eigenständig. Es ist fantastisch, wie die Schweizer diese ersten acht Minuten nutzen, um eine gewaltige Soundwand aus ziemlich tief heruntergestimmten Gitarren, abwechslungsreichem Drumming und einem die Magengrube eindrückenden Bass aufzubauen. Hinzu kommt, dass man vom Tempo her zunächst eher im unteren bis mittleren Midtempo angesiedelt ist, was den doomigen Einfluss noch mehr herausarbeitet, als es der Sound eh schon tut. „Chao e orta est“ ist dafür ein gutes Beispiel, dass extrem zähflüssig beginnt, und erst im letzten Drittel ordentlich anzieht und in obere Geschwindigkeitsregionen wechselt. Atmosphäre pur! Die wird anschließend ohne merklichen Übergang in den Titeltrack mitgenommen. Der Neun-Minüter fügt dem Ganzen schließlich noch eine gehörige Portion Engergie hinzu; nicht in Form von plötzlich hohem Tempo oder dergleichen Spielereien. Sondern einzig und allein durch das Zusammenspiel der genannten Elemente. Die Vocals fungieren hier wie ein zusätzliches Instrument, das alles andere verbindet. Dieser tiefe, wie aus einem Bastard aus Funeral Doom und Death Metal gezeugte Gesang klingt nicht nur überzeugend, sondern schafft es stellenweise auch, durch seinen puren Ausdruck Gänsehaut zu erzeugen. Und das muss man in diesem Genre erst einmal schaffen. Das abschließende „Nihil ad probandum“ setzt einen großen Schlusspunkt an das Ende dieses Debüts und bündelt nochmals alle Stärken in seinen knapp dreizehn-einhalb Minuten.

Ein Album, in das man sich fallen lassen muss, um von der Dunkelheit wahrlich aufgesaugt zu werden. Ein Album, dass es einem streckenweise auch nicht ganz einfach macht durch den nicht eindeutigen Stil. Aber auch ein Album, dass eben deshalb so besonders ist, weil es sich nicht kategorisieren lässt. Jeder musikalisch aufgeschlossene Hörer sollte sich „Cosmos comedenti“ einmal zu Gemüte führen und dann selbst für sich entscheiden, ob man in diese Welt eintauchen möchte. Pflichtkauf! +++ 8,5 / 10 Punkten

Wie immer führt der einfachste Weg zum Kauf des Albums über den Webshop von Invictus Productions oder aber über deren Bandcamp-Shop, wo bereits jetzt eine Pre-order aufgegeben werden kann. Ab dem Release-Termin ist „Cosmos comedenti“ dann regulär erhältlich.

Copyright: Antiversum
Copyright: Antiversum

ANTIVERSUM – Cosmos comedenti
Death / Black Metal from Switzerland
Label / Vertrieb: Invictus Productions / Bandcamp (Download)
Running time: 37:50 minutes
Release date: 29.09.2017

www.invictusproductions.net
www.bandcamp.com

SUMMON (U.S.) – Dark descent of fallen souls (Re-release)

Copyright: Werewolf Records / Summon (U.S.)
Copyright: Werewolf Records / Summon (U.S.)

Spricht man von der Blütezeit des Black Metal Anfang der 1990er, so meint man damit in erster Linie Bands aus dem Dunstkreis Norwegen, Schweden, Finnland oder auch Griechenland und Südamerika. Außen vor gelassen wird gerne, dass es auch in den Vereinigten Staaten Bands gab, die extrem wichtig für die Szene waren und sind. So wie die Michiganer Institution SUMMON, die mit ihrem Bastard aus Death, Thrash und Black Metal ein großer Einfluss und eine ebensolche Inspiration für Bands ab der dritten (europäischen) Black Metal-Welle waren, wie dies beispielsweise auch die Brasilianer von Sarcofago bis heute für sich verbuchen können. Natürlich muss man sich vor Augen halten, dass Vergleiche eines 20 Jahre alten Albums mit der Klasse vieler heutigen Veröffentlichungen nicht einfach sind, weshalb ich mir diese auch sparen werde. Denn zum Glück gehört „Dark descent of fallen souls“ zu den Alben, die ich bereits im Original seit dem Erst-Release besitze und von daher nur auf kleinere Unterschiede eingehen werde.

Beim ersten Durchlauf fällt auf, dass der Originalsound auch auf dem 2017er Re-release als LP zu hören ist, was einerseits den Kultfaktor unterstreicht, andererseits wäre ein neues Mastering aber nicht schlecht gewesen, da es doch ein wenig an Differenziertheit mangelt und besonders die Snare für meinen heutigen Geschmack ein wenig zu dominant abgemischt ist. Schade…

Mit dem altbekannten Synth-Intro steigt man auch auf dem Release ein, gefolgt vom Titeltrack, „Dark descent of fallen souls“. Damals wie heute finde ich solche Synths zwar eher zwiespältig, aber lassen wir das. Denn das wird mehr als ausgeglichen mit dem folgenden Gewitter aus Blasts, Midtempo-Thrash und dieser einfach nur fies keifenden Stimme. Zugegeben: musikalische Abwechslung sucht man hier vergeblich, dafür herrscht zu sehr die Holzhammermethode. Aber: Die Tracks mögen in ihrer Grundstruktur zwar alle sehr ähnlich sein, das scheint jedoch nur so auf Grund der sehr im Vordergrund klopfenden Snare. Hört man sich die Riffs der folgenden „Enter into eternal oath“, „Eve of anti-creation“ oder auch „Beyond the gates of storm“ an, so lassen sich doch ziemliche Unterschiede im Riffing feststellen, die stets zwischen Death, Thrash und Black Metal pendeln. Und das nicht unbedingt vorhersehbar. In letztgenanntem tauchen die Synths erneut auf, wieder als Introsequenz. „Necromantic lust“ und das „Midtro“ bilden den Abschluss der A-Seite. Die Synths in ersterem sind hier absolute Geschmackssache, man mag sie oder nicht. Lustig finde ich bis heute den Begriff ‚Midtro‘, der meines Wissens nach auf gerade mal einem guten Dutzend Alben in dieser Form zu finden ist.

In die B-Seite steigt man mit „Under the midnight shadows“ ein, ein durchgängiges Black-Metal-Stück, das mit am Besten funktioniert und definitiv auch heute noch der Höhepunkt des Albums ist. „The silence of chaos“ kehrt wieder zur schon bekannten Songstruktur der A-Seite zurück, was aus heutiger Sicht verdammt schade ist, denn gerade der Vorgängertrack hat das sonstige Geklopfe merklich (und gekonnt) aufgelockert. Wenigstens sind ab nun die Black Metal-Riffs noch ein wenig präsenter als auf der A-Seite, was das folgende „Tales of immortality“ unterstreicht. „Sorrows of moonless night“ ist schließlich eine schöne Mischung der letzten drei Tracks, da die Synths hier wieder sehr songdienlich zur Untermalung der Atmosphäre eingesetzt werden. Das „Outro“ beendet das Album mit ziemlich seltsamen Klängen. Leider fehlt das auf dem Originalrelease angehängte „Deathcrush“-Cover von Mayhem. Extrem schade!

Vielleicht ist es ein wenig unfair, hier eine Wertung zu vergeben. Aber in Anbetracht der Relevanz von SUMMON denke ich, dass dies vertretbar ist. Und wer nun doch eine Vergleichsband braucht: Das Album klingt wie eine Mischung aus den ersten beiden Impending Doom-Alben „Caedes sacrilegae“ und „Signum of hate“, wobei ich die Deutschen immer ein wenig besser fand. Wer sich in dieser Schnittmenge wohl fühlt und das Album noch nicht hat, der sollte definitv zuschlagen. Alle anderen dürfen es sich gerne der Vollständigkeit halber für ihre Sammlung zulegen. +++ 7,5 / 10 Punkten

Ab dem 08. September ist die LP (auf schwarzem oder grünem Vinyl) im Shop von Hells Headbangers verfügbar oder aber als Download in deren Bandcamp-Shop. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der ordert das Album schon jetzt als Pre-order. Kann ja nicht schaden, da es ingesamt nur 200 Exemplare davon geben wird…

SUMMON (U.S.) – Dark descent of fallen souls
Death / Thrash / Black Metal from the United States
Label / Vertrieb: Werewolf Records / Hells Headbangers Records & Bandcamp
Running time: 46:37 minutes
Release date: 08.09.2017

www.shop-hellsheadbangers.com
www.bandcamp.com

ORACULUM – Always higher

Copyright: Invictus Productions / Oraculum
Copyright: Invictus Productions / Oraculum

Südamerika war ja schon immer eine gute Anlaufstelle, wenn es um eigenständigen Death Metal ging. Chile entwickelt sich gerade zu einem der Länder, die motivierte Bands mit erstklassigen Veröffentlichungen ausspucken, die zudem auch noch die ganze Palette der verschiedenen Stile im Death Metal bedienen können. Seit 2011 sind auch ORACULUM dazu zu zählen, die Death Metal im ursprünglichen Stil der Achtziger präsentieren und das Ganze mit der landestypischen Rohheit noch aufwerten. Allenfalls ganz frühe Asphyx könnte man als Vergleich für den Bandsound heranziehen, aber dieser Vergleich hinkt, da hier der doomige Einschlag fehlt. Nach jeweils einer Single und einer EP liegt nun mit „Always higer“ die nächste EP vor, die Ende September erscheinen wird. Produktionstechnisch hat man seit der 2014er EP „Sorcery of the damned“ noch mal eine gehörige Portion Wut draufgelegt, so dass die drei Tracks plus Intro nun noch aggressiver klingen.

Nach einem kurzen Intro („Exeunt“) steigt man mit „Lex talionis“ gewaltig in diesen Release ein. Von der ersten Sekunde an wird ordentlich Gas gegeben. Man merkt der Truppe an, dass sie in den letzten drei Jahren konsequent an ihrer Weiterentwicklung gearbeitet hat. Musikalisch klingt man noch enger eingespielt, die Vocals haben einen guten Sprung nach vorne gemacht und klingen jetzt noch fieser und die Produktion der EP tritt mal so richtig Arsch. Das kommt besonders gut zur Geltung im tempomäßig zunächst etwas zurückgenommeneren „Semper excelsius“, das erst nach gut der Hälfte die Geschwindigkeit des Vorgängertracks erreicht. Brutal, aber differenziert, genauso mag ich Death Metal-Produktionen. Die EP schließt mit dem Neun-Minüter „Sphinx“ ab, der zweifelsohne der bisher stärkste ORACULUM-Track ist. Die immer wieder eingestreuten orientalisch anmutenden Leads verleihen ihm einen ganz besonderen Touch (wie aktuell ähnlich Horrid’s „Cursed dunes“) und die eingestreuten Geschwindigkeitswechsel von anfangs noch eher Midtempo, im folgenden dann dem Tempo der restlichen Tracks angepasst, bis die letzten Minuten einem langsamen Lead zugesprochen werden, sind fast schon perfekt arrangiert.

Ich mag mir gar nicht ausmalen, was für ein Debüt die Chilenen abliefern könnten, wenn es irgendwann mal soweit sein sollte. Nimmt man jedoch diese EP zum Maßstab, dann dürfte uns eines der besten Death Metal-Alben der nächsten Jahre ins Hause stehen. Bis dahin vertreibt man sich die Zeit jedoch am ehesten mit „Always higher“, das ich jedem Death Metal-Lunatic nur ans Herz legen kann. Pflichtkauf! +++ 8 / 10 Punkten

Bereits jetzt könnt ihr euch im Webshop von Invictus Productions bzw. auf deren Bandcamp-Seite das Album im Pre-order sichern, sowohl auf CD als auch digital. Ansonsten einfach bis zum Release warten und dann die jeweiligen Shops aufsuchen. Es lohnt sich!

Copyright: Oraculum
Copyright: Oraculum

ORACULUM – Always higher
Death Metal from Chile
Label / Vertrieb: Invictus Productions
Running time: 21:19 minutes
Release date: 15.09.2017

www.invictusproductions.net
www.bandcamp.com

ATTIC – Sanctimonious

Copyright: Ván Records / Attic
Copyright: Ván Records / Attic

„Fornication means damnation“

Hinweis in eigener Sache:
Das Review ist ausnahmsweise diesmal sehr lang, da es mir ein inneres Bedürfnis war, auch eine kurze Beschreibung der Texte mit einzufügen. Resultierend aus meinen eigenen Glaubenserfahrungen heraus und die Prozesse, die zu meinem Abfall von diesem geführt haben, lassen mich die Lyrics sehr tief die Vorgänge spüren, die dazu geführt haben. Ich empfinde „Sanctimonious“ daher als ein extrem persönliches Album, dessen Texte eine gewisse Metaebene nicht verhehlen können, wie ich finde.

Zugegeben: Klassischer Heavy Metal ist nicht gerade die Präferenz auf BLACK SALVATION – Aber da die meisten von uns mit dieser Art von Musik aufgewachsen sind und gerade im Black Metal eine große Vorliebe für Mercyful Fate und King Diamond zu finden ist, darf es niemanden verwundern, dass die Nordrhein-Westfalen ATTIC ebenfalls eine hohe Reputation in der Schwarzmetall-Szene genießen. In erster Linie ist das natürlich der unfassbaren Kopfstimme von Meister Cagliostro zu verdanken, der sich gesanglich in keinster Weise hinter dem King zu verstecken braucht. Und auch musikalisch spielt man bereits seit dem Debüt in einer ganz eigenen Liga. „ATTIC – Sanctimonious“ weiterlesen

ASAGRAUM – Potestas magicum diaboli

Copyright: Kvlt / Asagraum
Copyright: Kvlt / Asagraum

Es ist schon extrem beeindruckend, was das Jahr 2017 an erstklassigen Veröffentlichungen im Black Metal zu bieten hat. Nicht nur, dass schon länger aktive und etablierte Bands wie Beltez oder Inferno mit spannenden und abwechslungsreichen Alben aufwarten, auch die junge Garde an Bands, die in den letzten Monaten debütierten und dabei mehr als bloß aufhorchen ließen, ist verdammt umfangreich aufgestellt. Seien es nun Frosted Undergrowth, Magoth oder Ars Magna Umbrae, Black March sowie Blood Moon, die alle mit verdammt starken Veröffentlichungen eine spürbare Duftmarke hinterlassen konnten. Sehr weit oben in dieser Riege steht mit „Potestas magicum diaboli“ das Debüt des niederländisch/norwegischen Duos ASAGRAUM. „ASAGRAUM – Potestas magicum diaboli“ weiterlesen

F41.0 – Bürde

Copyright: Geisterasche Organisation / F41.0
Copyright: Geisterasche Organisation / F41.0

Es erstaunt mich immer wieder, wie viel Herzblut ganz besonders die kleinsten Labels in ihre Bands und deren Veröffentlichungen stecken. Die Rheinland-Pfälzer ‚Geisterasche Organisation‘ sind dafür ein perfektes Beispiel. Nicht nur liegt der Fokus auf Black Metal jenseits der Norm, auch ist die visuelle Präsentation der jeweiligen Alben stets ein Erlebnis. Diesen Eindruck untermauert einmal mehr das aktuelle, zweite Album von F41.0, die nicht nur sehr intensiven, atmosphärischen Black Metal darbieten, sondern auch ein Artwork präsentieren, das alles andere als konventionell ist und in keinster Weise an irgendwelche Klischees erinnert. „Bürde“ bietet jedoch nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch für die Ohren. „F41.0 – Bürde“ weiterlesen