VALKYRJA – Throne ablaze

VALKYRJA – Throne ablaze // Cover (C) 2018 W.T.C. Productions / Valkyrja

Fünf Jahre mussten die Fans warten, bis das neue Album der schwedischen Watain-soundalikes VALKYRJA nun endlich Ende November auf die Meute losgelassen wird. “Throne ablaze” heißt das gute Stück und macht, soviel sei vorab schon gesagt, seinem Titel alle Ehre. Und auch, wenn man meinen sollte, dass das genannte Black Metal Kommando stets wie das Schwert des Damokles über dem eigenen Schaffen schweben müsste, so hat man es doch wie schon auf dem Vorgänger “The antagonist’s fire” (2013) geschafft, sich in einer ganz eigenen Nische festzusetzen. Die Einflüsse sind nach wie vor unverkennbar (neben Watain schimmern immer wieder auch Dissection durch); allerdings begeht man nicht den Fehler stumpfen “Sworn to the dark”- oder “The somberlain”-Worshippings, sondern nimmt diese Einflüsse und legt sie als Basis für acht Songs voller Aggressivität, Wut und Dunkelheit zugrunde.

Schon das düstere Intro “In ruins I set my throne” führt stimmungsvoll in die folgenden 47 Minuten ein und bricht sich mit dem Opener “Crowned serpent” endgültig seine Bahn hin zu einer Atmosphäre, die man dieses Jahr so nur einmal erleben durfte. Die Gitarrenarbeit erinnert stark an “Trident wolf eclipse”, was aber auch an der Produktion in den Necromorbus Studios liegen könnte, dass sich langsam zum neuen Aufnahmetempel für Black Metal entwickelt. Denn spätestens im folgenden “Opposer of light” wechselt man über zu einem ganz eigenen Riffing, dass nach wie vor brutal, aber auch abwechslungsreich und melodisch ist. Besonders die Tempiwechsel gefallen mir hier sehr. Diese sind im Übrigen generell gut und schlüssig gesetzt, so dass innerhalb der Songs kein Bruch entsteht. So ist auch “Tombs of flesh” ein weiterer Beweis dafür, bevor man mit “Halo of lies” das Tempo deutlich reduziert und einen schwarzen Mahlstrom loslässt, der alles zu verschlingen droht, was ihm in die Nähe kommt.

Geschickt in die Mitte des Albums gesetzt findet nun ein Wechsel in der generellen Songstruktur statt. Statt wie bisher ausschließlich auf Aggressivität setzt man nun vermehrt auf Atmosphäre; verbindet diese beiden Pole jedoch so geschickt, dass man stets auf das nächste Riff, auf den nächsten Tempiwechsel wartet. “Transcendental death” fügt sich in dieses Konzept ausgezeichnet ein und hat zum Ende hin das wahrscheinlich beste, besser gesagt: schönste Lead, dass die Schweden je geschrieben haben. So ist es nur konsequent, dass man dieses in abgewandelter Form in “Paradise lost” noch weiter ausbaut und dem Track eine ganz eigene Melancholie verpasst, die ihn zum absoluten Höhepunkt des Album werden lässt. Daran ändert auch der das Album schließende Titeltrack “Throne ablaze” nichts, trotz seiner fast neun Minuten, in denen er alle Stärken des Albums in sich vereint und nochmals die songwriterische Klasse VALKYRJAs zementiert.

Abschließend wird es jetzt natürlich wieder diejenigen geben, die sich nach wie vor an den Vergleichen in der Einführung dieses Artikels aufhängen. Denen sei gesagt: So what!? Selbst wenn die Einflüsse so offensichtlich sind wie hier, das Ganze jedoch zu etwas Neuem verarbeitet wird und es dann noch Spaß macht, sich das Album immer und immer wieder anzuhören, hat man definitiv etwas richtig gemacht. “Throne ablaze” gehört zu genau jener Art von Alben und dafür bin ich dankbar, denn genau dieser Stil in Verbindung mit einer knackigen Produktion ist es, was Black Metal heutzutage ausmachen soll (abgesehen vom zugrundeliegenden textlichen Konzept versteht sich). DEFINITIVE KAUFEMPFEHLUNG!!! +++ 8.5 / 10 Punkten

VALKYRJA // Band © 2018 Valkyrja

VALKYRJA – Throne ablaze
Black Metal from Sweden
W.T.C. Productions
Running time: 46:59 minutes
Release date: 26.11.2018 (all formats)

store.w-t-c.web-republic.de
wtcproductions.bandcamp.com/album/throne-ablaze

Review © 2018 Beatrice Sophia von Siedler / Black Salvation

BEASTIALITY – Worshippers of unearthly perversions

Copyright: Invictus Productions / Beastiality
Copyright: Invictus Productions / Beastiality

Schweden war schon immer ein Land, dass vor musikalischem Potential nur so strotzte: Jedes Jahr schießen unzählige neue Bands aus dem Boden aus allen nur denkbaren Stilrichtungen. Und ob es sich dabei nun um Black, Death oder Trash handelt oder klassischer Heavy Metal bedient wird, ist dabei auch relativ egal. Denn ein Großteil der Bands kann dabei auf ein meist relativ hohes spielerisches Niveau bauen. Ob am Ende dabei auch ein gutes Songwriting steht, soll an dieser Stelle jedoch einmal offen bleiben. Zu diesen noch relativ jungen und hungrigen Bands gehören die 2011 in Stockholm gegründeten BEASTIALITY, die im vergangenen Dezember ihren ersten Longplayer namens “Worshippers of unearthly perversions” auf die Meute losgelassen haben. „BEASTIALITY – Worshippers of unearthly perversions“ weiterlesen

WATAIN – Trident wolf eclipse

Copyright: Century Media Records / Watain (picture shows the cover from the limited Digipack)
Copyright: Century Media Records / Watain (image shows cover from the limited Digipack)

Disclaimer:
Wer von Anfang an auf Black Salvation dabei ist, weiß, dass WATAIN die Band ist, die mir musikalisch und emotional am nächsten steht und dass ich dieses Review daher nur bedingt objektiv gestalten kann, was ich in der Vergangenheit zumindest versucht habe. Ich werde das Folgende daher einfach aus mir heraus fließen und den Moment für sich sprechen lassen. Da ich diesen Release zudem zum Anlass nehme, in den nächsten zehn bis vierzehn Tagen mal wieder ein persönliches Bandspecial über die für mich in den letzten 15 Jahren so wichtige Band zu veröffentlichen, lege ich den Fokus nur auf das aktuelle Album.

Weit über vier Jahre hat es gedauert, bis in Form von “Trident wolf eclipse” das sechste Studioalbum der schwedischen Black Metal-Legende WATAIN nun endlich veröffentlicht wurde. Und die Warterei hat sich definitiv mehr als gelohnt. Zwar brachte man seit dem umstrittenen Vorgänger von 2014, “The wild hunt”, die eine oder andere Veröffentlichung unter das Volk; so recht konnte man damit die Lust auf einen vollwertigen Longplayer aber nicht befriedigen. Lediglich die “Tonight we raise our cups and toast in angels blood: A tribute to Bathory”-LP  aus dem Februar 2015 war so etwas wie ein Ersatz. „WATAIN – Trident wolf eclipse“ weiterlesen

MALAKHIM – Demo I

Copyright: Iron Bonehead Productions / Malakhim
Copyright: Iron Bonehead Productions / Malakhim

Als ich mit Black Salvation angefangen habe, schrieb ich in einem der ersten Reviews, dass es höchstens einmal im Jahr vorkommt, dass dich ein Release so derbe überrollt und einfach nur fassungslos vor der Anlage sitzen lässt. Haben dies vor ziemlich genau einem Jahr STYGIAN TEMPLE mit “In the sign of the five angles” geschafft, so gilt die Ehre in diesem Jahr den Schweden MALAKHIM. Mit ihrem im vergangenen Oktober schlicht “Demo I” betitelten Einstand feuert das Quintett drei Songs ab, die schon jetzt auf dem Niveau von Bands wie Watain oder Ofermod liegen. Was heißt, dass es hier echten, unverfälschten Black Metal auf die Ohren gibt: aggressiv, okkult, jederzeit mitreißend. „MALAKHIM – Demo I“ weiterlesen

ENSNARED – Dysangelium

Copyright: Dark Descent Records / Invictus Productions / Ensnared
Copyright: Dark Descent Records / Invictus Productions / Ensnared

Es ist seltsam: Fällt der Begriff ‘Death Metal’, dürften die meisten wohl als erstes an Länder wie Schweden, die USA oder Finnland denken. Eventuell noch Deutschland, Polen und Südamerika. Die Chancen stehen mehr als gut, dass man beim Erraten des Herkunftlandes der jeweiligen Band ins Schwarze trifft. So auch bei ENSNARED, denen man ihre Herkunft aus Schweden unverkennbar anhört, obwohl sie nichts mit dem tyischen Swedeath zu tun haben. Seit 2010 aktiv, hat man in dieser Zeit eine Demo und eine EP veröffentlicht. Zwischen dem EP-Release im September 2013 und dem im Mai diesen Jahres veröffentlichten Debüt “Dysangelium” vergingen satte 44 Monate, was darauf schließen lässt, dass man sich für die Veröffentlichung viel Zeit genommen hat, um die Qualtiät weiterhin so hoch halten zu können, wie es bereits die ersten beiden Releases versprachen (und was man zwischen 2005 bis 2010 bereits mit Gravehammer ins Rollen brachte). Und das ist definitiv rundum gelungen. Das Jahr 2017 strotzt bisher nur so von erstklassigen Debüts im Death Metal (ebenso wie im Black Metal), so dass manch einer auf Grund des Überangebots sicherlich etwas zurückhaltender in seiner Euphrie wäre. Dagegen spricht allerdings, dass man bereits beim ersten großen Death Metal-Boom Ende der Achtziger / Anfang der Neunziger gut ausgesiebt und die Spreu vom Weizen getrennt hat. Überlebt haben in erster Linie die Bands, die mit Herzblut und voller Überzeugung bei der Sache waren. Und das schlägt sich eben auch in der heutigen Szene wieder. Es gibt nach wie vor Bands, die aus jedem noch so kleinen Trend Kapital schlagen wollen; die gehen heute dankenswerter Weise jedoch ebenso schnell unter, wie sie hochgekommen sind. Die, die es schaffen finden entweder ihre ganz eigene Nische oder aber haben einfach einen unverkennbaren Sound, den man mit nichts anderem vergleichen kann, obwohl man immer noch eindeutig das eine oder andere Genre bedient.

In diese Kerbe schlägt eben auch das ENSNARED-Debüt. Die Schweden brennen förmlich für den Death Metal, wie der Opener “Crushing the meek of heart” extrem eindrucksvoll beweist. Und nicht nur die starke Produktion unterstreicht diesen ersten Eindruck. Auch die musikalischen Fähigkeiten sind ohne jeden Zweifel extrem gut. Im oberen Midtempo mit fast durchgehender Doublebass, eigenständigem Riffing und in mittleren Tonlagen gegrowlten Vocals angelegt, schafft man von diesen ersten Momenten an richtig viel Spannung auf die etwas mehr als 45 Minuten feinsten Todesmetalls. Das anschließende “Interlude I” als Instrumental nimmt diese nicht etwa heraus, sondern schafft eine Brücke zum folgenden “Gale of Maskim”: Einen ordentlichen Zacken schneller als der Opener und mit einigen verdammt guten Leads gefüllt (im besten Sinne des Wortes), ist nach dieser knappen Viertelstunde bereits ein erster Höhepunkt erreicht. Alleine schon das letzte Viertel, in dem ein Lead immer und immer wieder wiederholt wird und die Snare unbarmherzig dazu klopft, wirkt regelrecht hypnotisch. “Interlude II” ist hier das genaue Gegenteil. Vom Rhythmus sehr ritualistisch, nimmt man erstmals das Tempo komplett heraus und verschafft dem Hörer so eine kurze Atempause, bevor man in “Antiprophet” überwiegend wieder aufs Gas drückt. Der Mittelteil, in dem die Geschwindigkeit kurz herausgenommen wird, sorgt hier für die nötige Abwechslung. Das sehr ruhige, fast schon tranceartige “Interlude III” ist ein regelrechter Kontrapunkt zum bisherigen Material des Albums, leitet allerdings auch perfekt über zum schon im Vorfeld des Releases vorgestellten “Apostles of dismay”. Und auch im Kontext des Albums gesehen ist dieser Track der absolute Höhepunkt: Das sehr langsame Intro, das nach dem ersten Drittel in die schon bekannten Geschwindigkeitsregionen wechselt, schafft Atmosphäre pur. Man stelle sich Dissection einfach ohne deren typische Melodien vor, dann kommt man auf die Essenz dessen, was ENSNARED und besonders diesen Track ausmachen. Der nahtlose Übergang in “Interlude IV” ist ebenfalls ein gut geglücktes Kunststück, da man sich auf diese Weise nicht aus dem Track herausgerissen fühlt und somit doch recht eindrucksvoll das letzte Drittel eingeleitet wird. “Impious immance” schwebt erneut in rasenden Death Metal-Sphären und hat zudem erstklassige Leads und das eine oder andere gut eingestreute Break. Die sind natürlich auch in anderen Tracks vorhanden, aber in “Impious…” sind sie am effektivsten eingesetzt. Das nun folgende “Interlude V”, das letzte auf “Dysangelium”, ist wie die anderen wieder völlig unterschiedlich zu diesen und ist ein kurzes akkustisches Zwischenstück. Mit dem Album-Closer und gleichzeitig dem Titeltrack wird abschließend der Kreis geschlossen. “Dysangelum” vereint wunderbar alle Stärken des Albums in seinen sechs Minuten und hat zudem das am stärksten an die schon genannten Dissection erinnernde Lead. Große Klasse!

Ich hatte mich extrem auf “Dysangelium” gefreut und bin umso glücklicher, jetzt endlich die Zeit gehabt zu haben, mich mit diesem ausgezeichneten Werk zu befassen. Ganz persönlich gilt, dass es in einem reinen Top-10-Ranking der besten Death Metal-Alben dieses Jahres ganz weit oben landen würde und es sicher auch wird. Jeder, der Wert auf eine Mischung aus brutalen und stellenweise melodischen Leads legt, wird an diesem Album seine wahre Freude haben. Definitiv Pflichtkauf!!! +++ 8,5 / 10 Punkten

Wer sich dieses fantastische Album Schwedentods nicht ins heimische Regal stellt, erntet zumindest von mir nur Unverständnis. Daher ab in den Shop von Invictus Productions bzw. deren Bandcamp-Shop und sich das Album endlich geordert.

Copyright: Ensnared
Copyright: Ensnared

ENSNARED – Dysnagelium
Death Metal from Sweden
Label / Vertrieb: Dark Descent Records / Invictus Productions / Bandcamp (Download)
Running time: 47:37 minutes
Release date: 12.05.2017

www.invictusproductions.net
www.bandcamp.com