DAUþUZ – Die Grubenmähre

Copyright: Naturmacht Productions / Dauþuz
Copyright: Naturmacht Productions / Dauþuz

Zu den Bands im deutschen Black Metal, die innerhalb der letzten beiden Jahre durch die Decke gegangen sind, gehören zweifelsohne DAUþUZ, die 2016 mit „In finstrer Teufe“ eines der beeindruckensten Debüts vorlegten, die man hierzulande je gesehen hat. Nicht nur das textliche Konzept, das so weit ab von den üblichen Szene-Klischees ist, wie es nur sein kann, sondern vor allem die unbändige Spielfreude mit aggressiv nach vorne treibenden als auch melodischen Parts sorgten für reichlich Abwechslung und einen Spannungsbogen, der das Album auch nach -zig Durchläufen immer noch absolut hörenswert macht. Kein Wunder, dass alle Versionen des Albums rasend schnell vergriffen waren und selbst die erst noch in diesem Frühjahr erscheinende LP-Neupressung bereits nicht mehr erhältlich ist. So ist es kein Wunder, dass man voller Erwartungen auf den Nachfolger wartete. „DAUþUZ – Die Grubenmähre“ weiterlesen

ABSOLUTUM – Absolutum

Copyright: The Crawling Chaos Records / Absolutum
Copyright: The Crawling Chaos Records / Absolutum

Gerade erst haben Fäulnis ihren Split bekannt gegeben und schon erscheint mit der selbstbetitelten Debüt-EP von ABSOLUTUM über The Crawling Chaos Records das nächste Lebenszeichen des ehemaligen Frontmannes Seuche. Weiterhin besteht das Quartett aus Christian Kolf und Jan Buckard (beide Valborg) sowie Christoph Glanemann (Total Negation). Wer jetzt allerdings denkt, dass sich das Ganze wie eine Mischung aus Depressive Post Black Metal, Doom / Death und Black Metal anhört, könnte falscher nicht liegen. Denn die vier Tracks (plus Intro) sind vor allem eines: extrem agressiver und kompromissloser Black Metal, der zwar frappierend an die ‚guten alten Zeiten‘ erinnert, aber gerade durch diese Zeitlosigkeit aktueller ist denn je. „ABSOLUTUM – Absolutum“ weiterlesen

HALPHAS – Dawn of a crimson empire

Copyright: Folter Records / Halphas
Copyright: Folter Records / Halphas

Der heimische Black Metal ist im Moment so stark wie schon lange nicht mehr. War das Jahr 2017 bereits von erstklassigen Releases geprägt (zum Beispiel der Debüts von Magoth und Blyh sowie von schon länger aktiven Bands wie Beltez und Heretoir) gab es zum Jahresende in Form des ersten Silberlings der Mainzer HALPHAS, „Dawn of a crimson empire“, noch einmal gehörig einen auf die Lauschlappen. Mit einer richtig starken Produktion, ausgefeilten Songs und jeder Menge Energie prescht man aggressiv nach vorne, um schon bald zu den Größen im Genre aufschließen zu können. Überzeugend ist dabei vor allem die Instrumentalfraktion, denen man ihr Können zu jeder Zeit anhört.

Das Intro „Summoning“ ist mit seinem Beschwörungsritual zwar nicht so ungewöhnlich für das Genre, aber mich persönlich freut es, dass es immer noch Bands gibt, die ihr Album auf diese Art und Weise einläuten. Mit dem finalen Paukenschlag sowie recht geruhsam steigt man schließlich in den Opener „Call from the depths“ ein. Doch schon bald zieht man das Tempo ganz gewaltig an; und hier zeigt sich gleich eine der Stärken des Quartetts: Wo sich viele Bands sinnloser Raserei ergeben, geht man hier schon beinahe strukturiert vor. Die Breaks zwischen den eingestreuten Tempiwechseln sind ausgezeichnet gesetzt und sorgen damit für eine gehöriges Maß an Atmosphäre. Zugegeben: Beim Lesen des nächsten Titels, „Through the forest“, zogen direkt übelste 90er-Jahre-Klischees vor dem inneren Auge hervor. Jedoch mausert sich der Song recht schnell zu einem eigenständigen Stück Musik, dass seinen ganz eigenen Hymnus entwickelt (und live mit Sicherheit ordentlich knallen dürfte). Gerade die Midtempo-Struktur macht den Track extrem reizvoll und sorgt für rasch schmerzende Nackenwirbel. Für dieses fantastische Riff würde so manch unterdurchschnittliche Pagan-Band töten. Das folgende „Sword of the Necromancer“ bleibt hinsichtlich des Riffings in dieser Richtung, legt jedoch an Geschwindigkeit um einige Zacken zu. Und das wird während dieser sieben-einhalb Minuten auch nicht langweilig, da der Track sehr geschickt arrangiert ist und immer mal wieder leichte Kontrapunkte setzt, die man erst beim zweiten oder dritten Durchgang auch wirklich wahrnimmt. „FMD“ verzichtet anschließend auf das Riffing der beiden vorigen Tracks und arbeitet wieder mit etwas ‚klassischerer‘ Struktur. Als Vergleich dürften hier Dark Funeral oder Setherial in ihren langsamen Parts dienen, obwohl man durchaus eigenständige Akzente setzt. So sind gerade die gekeiften Vocals weitab vom ‚Kreisch-Standard‘ vieler anderer Bands. Gut gelungen ist das akkustische Song-Outro, in welches man ohne atmosphärischen Bruch wechselt und das eine willkommene Abwechslung darstellt. Im maliziösen „Malice“ zeigt man sich jedoch wieder von seiner besten Seite und haut zusammen mit „Damnation of the weak“ zwei etwas kürzere Tracks in Folge raus. Auch hier wird Abwechslungsreichtum wieder groß geschrieben und läutet somit den Closer „Empire“ ein. Und das ist ein wahres Epos! In den neun-einhalb Minuten spannt man den Bogen über das komplette Album und bündelt sämtliche Stärken innerhalb eines Songs. Besonders mit dem langen instrumentalen Teil ab ca. der Hälfte erschafft man einen der intensivsten Momente im modernen Black Metal. Das ist absolut großartig und zeugt davon, dass man songschreiberisch in Zukunft einiges erwarten darf!

Ich gebe ehrlich zu, dass mich „Dawn of a crimson empire“ positiv überrascht hat. Wie oben bereits angedeutet, hatte mich beim Lesen der Songtitel zwar bereits das kalte Grausen gepackt, jedoch führen diese in die Irre. Ob das nun gewollt ist oder einfach nur für die Kompromisslosigkeit spricht, mit der man zu Werke geht, steht mir zu beurteilen nicht zu. Musikalisch lässt man jedenfalls nichts anbrennen und setzt mit diesem Album eine mehr als nur deutliche Duftmarke im Black Metal. Noch ein oder zwei weitere Alben in dieser Qualität und man wird sich endgültig ins Mark der Szene eingebrannt haben. PFLICHTKAUF!!! +++ 8,5 / 10 Punkten

Um euch die stilecht aufgemachte CD zuzulegen, besucht ihr entweder den Webshop oder die Bandcamp-Seite des Labels, wo ihr wie gewohnt auch den Download erwerben könnt. Alternativ dazu erhaltet ihr „Dawn of a crimson empire“ auch über den Bandcamp-Shop von HALPHAS (allerdings nur digital).

Copyright: Halphas
Copyright: Halphas

HALPHAS – Dawn of a crimson empire
Black Metal from Germany
Label / Distribution: Folter Records (CD) & Bandcamp (Download)
Running time: 48:48 minutes
Release date: 15.12.2017 (all formats)

www.folter666shop.de
www.bandcamp.com (Folter Records)
www.bandcamp.com (Halphas)