PESTLEGION – Entsage Gott

Copyright: Bleeding Heart Nihilist Productions / Pestlegion
Copyright: Bleeding Heart Nihilist Productions / Pestlegion

Wer Black Metal-Bands im Jahr 2018 noch den Vorwurf macht, sie klängen zu rückwärtsgewandt, der hat wohl eher nicht verstanden, dass die Zeit avantgardistischen Aufbruchs längst vergangen ist und sich im ‘echten’ Black Metal auch nicht durchsetzen konnte. Und das ist auch gut so, da man einer Band wie dem Marler Viergestirn PESTLEGION sonst nicht die nötige und mittlerweile auch verdiente Aufmerksamkeit schenken würde. Bereits im letzten Jahr konnten sie mit ihrem Debüt “Dominus profundum” für viele respektvoll hochgezogene Augenbrauen sorgen und einige recht hohe Wertungen einheimsen (unter anderem 8 Punkte hier auf Black Salvation). Nach wie vor gibt es ihn also: den Wunsch, räudigen und kompromisslosen Black Metal zu zelebrieren und sich dabei einen Dreck um irgendwelche Szenekonformitäten zu scheren. „PESTLEGION – Entsage Gott“ weiterlesen

BLYH – Transparent to the world

Copyright: The Crawling Chaos Records / Blyh - Image shows vinyl cover
Copyright: The Crawling Chaos Records / Blyh – Image shows vinyl cover

Es ist manchmal schon wirklich komisch: Da bekommt man ein sensationell gutes Debüt auf den Tisch und hat dann eine absolute Schreibblockade. Seit BLYH im Juni letzten Jahres ihr Demo “Transparent to the world” im Eigenvertrieb über Bandcamp sowie wenige Wochen später als schickes Tape veröffentlichten, ringe ich um die passenden Worte. Mit keinem Entwurf war ich zufrieden, und je länger ich daran saß, desto mehr verbiss ich mich in die Wortfindung. Dass so ein Prozess nicht von Erfolg gekrönt sein kann, sollte jedem klar sein, der selbst schon einmal vor diesem Problem gestanden hat. Die Monate gingen ins Land, gezeichnet von privaten Veränderungen, erneuten gesundheitlichen Problemen (so ein Hirntumor ist schon etwas ganz schön Beschissenes) und schlussendlich noch Stress in der Kanzlei, in der ich arbeite. Als es Anfang diesen Jahres dann endlich ruhiger wurde und ich Anfang März die anstehende Vinyl-Veröffentlichung von “Transparent to the world” als vollwertiges Debüt zum Anlass des Reviews nehmen wollte, kam die nächste Scheiße: „BLYH – Transparent to the world“ weiterlesen

FUNERAL WINDS – Sinister creed

Copyright: Avantgarde Music / Funeral Winds
Copyright: Avantgarde Music / Funeral Winds

Es gibt Bands in unserem so heißgeliebten Genre, die alle ein bis zwei Jahre ein neues Album veröffentlichen. Dann gibt es Bands wie FUNERAL WINDS, die in den nächsten Wochen mit “Sinister creed” ihr gerade mal viertes Album veröffentlichen. Dabei existiert die Gruppe bereits seit 1991 (das Debüt erschien 1998). Von Beginn an zeichneten sich die Holländer dabei durch ihre kompromisslose Art aus, die sie in die Riege der ‘Love-it-or-hate-it’-Bands stoßen ließ. Man agiert immer ziemlich nah an der Grenze zwischen traditionellem Black Metal und War Black Metal (obwohl man den Begriff ja erst seit gut einem Jahrzehnt quasi als Untergenre verwendet) und bedient somit die Klientel in der Szene, denen Aggressivität über ausgefeilte musikalische Komposition geht. „FUNERAL WINDS – Sinister creed“ weiterlesen

VARGRAV – Netherstorm

Copyright: Werewolf Records / Vargrav
Copyright: Werewolf Records / Vargrav

Nimmt man als Black Metal-Fan das Wort “Symphonic Black Metal” in den Mund, beginnt oftmals das große Rumgekotze: Nicht trve, macht die Szene kaputt, Schlumpfmusik, pseudo-anspruchsvoller Ausdruck romantischen Gefühlsdusels etc. Und wer die Neunziger mitgemacht und erlebt hat, wie sich Black Metal vom rohen und ungezügelten Sound der Frühneunziger immer mehr in Richtung kommerzieller Weichgespültheit hat treiben lassen, einige Bands relativ große Erfolge feiern konnten und die heute nicht mehr viel mit ihren ersten ein, zwei Alben zu tun haben, kann diese verbalen Auswürfe auch nicht unbedingt übelnehmen. Gerade der Einsatz von vielen symphonisch arrangierten Keyboardschichten und “schönen” und leicht zugänglichen Melodien machten den Begriff “Symphonic Black Metal” zu einem absoluten Tabuthema in der ‘ernstzunehmenden’ Szene. „VARGRAV – Netherstorm“ weiterlesen

THE STONE – Teatar apsurda

Copyright: Mizantropean Records / The Stone
Copyright: Mizantropean Records / The Stone

Die Serben THE STONE gehören zu den Bands, die seit zwei Dekaden konstant Alben veröffentlichen, aber immer noch irgendwie unter ‘ferner liefen’ abgehakt werden. Sicher, für den Underground ist man nicht ‘trve’ genug und für die große Masse nicht wirklich zugänglich. Dabei macht man eigentlich alles richtig im Hinblick auf einen größeren Hörerkreis: Man hat durchweg gutes bis sehr gutes Songmaterial zu bieten, kann live durchaus überzeugen und merkt den Musikern an, dass man aus Überzeugung diese Art von Musik spielt. Wie dem auch sei: Werfen wir lieber einen Blick auf das aktuelle Album, “Teatar apsurda”, dass im vergangenen Dezember erschien und mit einer richtig starken Produktion aufwarten kann. „THE STONE – Teatar apsurda“ weiterlesen

DAUþUZ – Die Grubenmähre

Copyright: Naturmacht Productions / Dauþuz
Copyright: Naturmacht Productions / Dauþuz

Zu den Bands im deutschen Black Metal, die innerhalb der letzten beiden Jahre durch die Decke gegangen sind, gehören zweifelsohne DAUþUZ, die 2016 mit “In finstrer Teufe” eines der beeindruckensten Debüts vorlegten, die man hierzulande je gesehen hat. Nicht nur das textliche Konzept, das so weit ab von den üblichen Szene-Klischees ist, wie es nur sein kann, sondern vor allem die unbändige Spielfreude mit aggressiv nach vorne treibenden als auch melodischen Parts sorgten für reichlich Abwechslung und einen Spannungsbogen, der das Album auch nach -zig Durchläufen immer noch absolut hörenswert macht. Kein Wunder, dass alle Versionen des Albums rasend schnell vergriffen waren und selbst die erst noch in diesem Frühjahr erscheinende LP-Neupressung bereits nicht mehr erhältlich ist. So ist es kein Wunder, dass man voller Erwartungen auf den Nachfolger wartete. „DAUþUZ – Die Grubenmähre“ weiterlesen

GRAVE SPIRIT – The beast unburdened by flesh

Copyright: Iron Bonehead Productions / Grave Spirit
Copyright: Iron Bonehead Productions / Grave Spirit

Wie geht man den ersten Release einer Band an, von der im Moment rein gar nichts bekannt ist? Außer, dass “The beast unburdened by flesh” die erste Veröffentlichung ist und sich GRAVE SPIRIT Anfang 2017 gründeten. Man könnte sich jetzt in fabulöse Gegenden begeben, in der mystische Legenden gestrickt werden. Oder, was mir viel lieber ist, den Wunsch (oder das Konzept), nicht zu viel von sich preisgeben zu wollen, einfach zu akzeptieren. Machen schließlich gerade im Black Metal immer mehr Bands so, damit der Fokus nicht auf den Persönlichkeiten, sondern komplett auf der Musik liegt. Aber ich schätze einfach mal: Mittel- oder Südamerika. „GRAVE SPIRIT – The beast unburdened by flesh“ weiterlesen

BARSHASKETH / OUTRE – Sein Zeit

Copyright: Third Eye Temple / Barshasketh / Outre
Copyright: Third Eye Temple / Barshasketh / Outre

Die polnischen Black Metal-Spezialisten von Third Eye Temple haben mit vorliegender Split Ende November des vergangenen Jahres ein weiteres kleines Kleinod geschaffen. Die beteiligten Bands gehören dabei zu den im Moment noch im tiefsten Underground agierenden Gruppen, die jedoch in absehbarer Zeit noch positiv von sich Reden machen dürften: die aus Neu-Seeland stammenden BARSHASKETH können bisher auf drei vollständige Alben, zwei Demos sowie drei Splits (diese hier mit eingeschlossen) zurückgreifen. Besonders das 2015 erschienene “Ophidian henosis” war ein vielbeachtetes und hochgelobtes Album. Auf einen etwas schlankeren Backkatalog greifen die Polen OUTRE zurück. „BARSHASKETH / OUTRE – Sein Zeit“ weiterlesen

ABSOLUTUM – Absolutum

Copyright: The Crawling Chaos Records / Absolutum
Copyright: The Crawling Chaos Records / Absolutum

Gerade erst haben Fäulnis ihren Split bekannt gegeben und schon erscheint mit der selbstbetitelten Debüt-EP von ABSOLUTUM über The Crawling Chaos Records das nächste Lebenszeichen des ehemaligen Frontmannes Seuche. Weiterhin besteht das Quartett aus Christian Kolf und Jan Buckard (beide Valborg) sowie Christoph Glanemann (Total Negation). Wer jetzt allerdings denkt, dass sich das Ganze wie eine Mischung aus Depressive Post Black Metal, Doom / Death und Black Metal anhört, könnte falscher nicht liegen. Denn die vier Tracks (plus Intro) sind vor allem eines: extrem agressiver und kompromissloser Black Metal, der zwar frappierend an die ‘guten alten Zeiten’ erinnert, aber gerade durch diese Zeitlosigkeit aktueller ist denn je. „ABSOLUTUM – Absolutum“ weiterlesen

BEASTIALITY – Worshippers of unearthly perversions

Copyright: Invictus Productions / Beastiality
Copyright: Invictus Productions / Beastiality

Schweden war schon immer ein Land, dass vor musikalischem Potential nur so strotzte: Jedes Jahr schießen unzählige neue Bands aus dem Boden aus allen nur denkbaren Stilrichtungen. Und ob es sich dabei nun um Black, Death oder Trash handelt oder klassischer Heavy Metal bedient wird, ist dabei auch relativ egal. Denn ein Großteil der Bands kann dabei auf ein meist relativ hohes spielerisches Niveau bauen. Ob am Ende dabei auch ein gutes Songwriting steht, soll an dieser Stelle jedoch einmal offen bleiben. Zu diesen noch relativ jungen und hungrigen Bands gehören die 2011 in Stockholm gegründeten BEASTIALITY, die im vergangenen Dezember ihren ersten Longplayer namens “Worshippers of unearthly perversions” auf die Meute losgelassen haben. „BEASTIALITY – Worshippers of unearthly perversions“ weiterlesen