Celebrations of Life and Death

UNAUSSPRECHLICHEN KULTEN – Keziah Lilith Medea (Chapter X)

Copyright: Iron Bonehead Productions / Unaussprechlichen Kulten
Copyright: Iron Bonehead Productions / Unaussprechlichen Kulten

Es gibt einfach Bands, die bekommt man nicht mehr aus seinem Kopf heraus. Im besten Falle liegt das natürlich an der (guten wie schlechten) Musik, die sich den meisten Menschen wohl am ehesten einprägt. Aber auch der Bandname spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Manche sind kurz und sofort einprägsam, hin und wieder einfach total albern und wieder andere können wegen des beinahe unaussprechlichen Namens für viele auch ein Hindernis bei der Aussprache darstellen. So wie die seit 1999 regelmäßig den Underground aufmischenden Chilenen UNAUSSPRECHLICHEN KULTEN, die gerade über Iron Bonehead Productions ihr viertes Album „Keziah Lilith Medea (Chapter X)“ veröffentlichten. „UNAUSSPRECHLICHEN KULTEN – Keziah Lilith Medea (Chapter X)“ weiterlesen

BELTEZ – Exiled, punished…rejected

Copyright: Bret Hard Records / Beltez
Copyright: Bret Hard Records / Beltez

Seit gut einem halben Jahr landen immer mal wieder Alben von Bands auf meinem Schreibtisch, die mir zwar grob etwas sagen, mit denen ich mich aber wegen ihres Stiles in der Vergangenheit nicht sonderlich intensiv auseinadergesetzt habe. Regelmäßige Leser meines Magazins wissen ja, dass ich früher selbst extrem festgefahren in meinem Musikgeschmack war und dass sich das erst in eben diesem halben Jahr sehr stark gewandelt hat, denkt man an die Reviews von beispielsweise Dead Limbs, Heretoir, Nemesis Sopor oder auch Anomalie. Das gleiche Schicksal teilten leider auch die Nordrhein-Westfäler von Beltez, deren zweites Album „Tod: Part 1“ (erschienen Ende 2013) zwar in meinem Regal schlummerte, ich aber auf Grund des Totalverlustes meiner CD-Sammlung Mitte 2014 keine Chance mehr hatte, mich eingehender damit zu befassen. (Danke übrigens noch mal an dieser Stelle an die Arschlöcher, die annähernd 1000 CDs gestohlen haben.) „BELTEZ – Exiled, punished…rejected“ weiterlesen

ENTRAPMENT – Through realms unseen

Copyright: Pulverised Records / Entrapment
Copyright: Pulverised Records / Entrapment

Nach einer längeren Review-Abstinenz (näheres dazu findet ihr auf meiner Facebook-Seite) steigen wir wieder mit einem richtigen Death Metal-Brecher in den Reigen ein. Die Niederländer ENTRAPMENT veröffentlichten bereits im November 2016 ihr drittes Studioalbum „Through realms unseen“, allerdings ausschließlich auf CD. Anfang März 2017 folgte der Release als Tape und vor einigen Wochen schoben Doomentia Records endlich den von vielen heiß erwarteten Release auf Vinyl nach. Denn eines muss hier deutlich gesagt werden: ENTRAPMENT gehören seit ihrer Gründung 2009 zu den am sträflichst unterbewertesten Bands, die im Underground jedoch schon eine gewaltige Reputation genießen. „ENTRAPMENT – Through realms unseen“ weiterlesen

CELESTIAL GRAVE – Pvtrefactio

Copyright: Iron Bonehead Productions / Celestial Grave
Copyright: Iron Bonehead Productions / Celestial Grave

Wie die anderen skandinavischen Länder auch ist Finnland ein wahres Füllhorn an aufregenden Bands, speziell was den Black Metal angeht. Im vergangenen Jahr debütierten die dort heimischen CELESTIAL GRAVE mit ihrem Demo „Burial ground trance“ und überzeugten damit gleich mal auf ganzer Linie. Kein Wunder, dass die Undergroundspezialisten von Iron Bonehead Productions sich des Duos annahmen und dem Demo einen Tape-Release spendierten. Der darauf gebotene Black Metal atmete finnische Atmosphäre pur und schürte ordentlich die Vorfreude auf kommende Releases. Mit „Pvtrefactio“ legt man nun am 21.04.2017 eine EP nach, die an die Stärken des Demos anknüpft, allerdings auch mit einem Manko behaftet ist. „CELESTIAL GRAVE – Pvtrefactio“ weiterlesen

PYRIPHLEGETHON – The murky black of eternal night

Copyright: Iron Bonehead Productions / Pyriphlegethon
Copyright: Iron Bonehead Productions / Pyriphlegethon

Neues Futter in Form von rauem Black Metal erwartet uns von PYRIPHLEGETHON, einem der zahlreichen Projekte des niederländischen Tausendsassas Mories (u.a. Gnow their Tongues, Cloak of Altering, De Magica Veterum). Mit „The murky black of eternal night“ liegt nun das zweite Album vor und ich bin in der Tat positiv überrascht. Bei so vielen Soloprojekten einer einzelnen Person besteht ja oft die Gefahr, dass diese irgendwann unfokusiert und austauschbar wirken. In diesem Falle (wie auch schon beim Debüt) zum Glück nicht. Die zehn Tracks stecken voller Abwechslung, legen sich nicht stumpf auf eine Richtung fest und entwickeln mit der Zeit sogar einen leichten Sog innerhalb des Albums, so dass man unwillkürlich nicht wirklich mitbekommt, wie schnell die Spielzeit mit ihren nicht ganz 38 Minuten vergeht. „PYRIPHLEGETHON – The murky black of eternal night“ weiterlesen

NAUDIZ – Wulfasa kunja

Copyright: Iron Bonehead Productions / Naudiz
Copyright: Iron Bonehead Productions / Naudiz

Aus Italien erwartet man, musikalisch gesehen, nicht unbedingt extrem hochwertigen Black Metal. Und da die dortige Szene zudem halbwegs überschaubar ist, fallen außergewöhnliche Bands sofort auf. Jedenfalls sollte man davon ausgehen; das Gegenteil ist leider nur allzu oft die Regel. So wie im Falle von NAUDIZ, die 2014 mit ihrem schon starken Debüt „Aftur till Ginnungagaps“ für einiges Aufsehen im Underground sorgten. Der jetzt erschienene Nachfolger „Wulfasa kunja“ wird hoffentlich dafür sorgen, dem Trio zu etwas mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Denn hier regiert richtig abwechslungsreicher Black Metal der alten Schule: Im Großen und Ganzen bewegt man sich im Soundspektrum der zweiten Welle des Black Metals. „NAUDIZ – Wulfasa kunja“ weiterlesen

INFERNO – Gnosis kardias (Of transcension and involution)

Copyright: World Terror Committee / Inferno
Copyright: World Terror Committee / Inferno

Black Metal-Bands aus dem Osten Europas haben immer etwas sehr Spezielles an sich, was bei der Konzeptualisierung anfängt und der musikalischen Vielfalt aufhört. Auch die seit 1996 existierenden Tschechen INFERNO gehören zu dem Schmelztiegel kreativer Klasse, der ein ums andere Mal fantastische Alben hervorbringt. So auch dieses Studioalbum, das siebte mittlerweile, das die beeindruckende Diskografie der Band um einen weiteren Hochkaräter erweitert. „Gnosis kardias (Of transcension and involution)“ heißt es und bietet in den sechs Songs verteilt auf gut 45 Minuten eine Vielzahl an abwechslungsreichen Ideen, die alles andere als langweilig sind. Dabei muss man sich stets vor Augen halten, dass man es hier nicht mit einem ’normalen‘ Black Metal-Album zu tun hat, sondern dass dieser stets nur den Rahmen bildet für die okkulte Messe, die hier zelebriert wird. Die Songstrukturen werden dabei in jedem Song neu ausgeformt, so dass sich kein Track wie der andere anhört. „INFERNO – Gnosis kardias (Of transcension and involution)“ weiterlesen

MEDICO PESTE – Herzogian darkness

Copyright: World Terror Committee / Medico Peste
Copyright: World Terror Committee / Medico Peste

Es ist immer wieder beachtlich, auf welch hohem Niveau sich die Black Metal-Szene teilweise bewegt und wie viele Bands wir im Moment haben, die Release für Release dieses Niveau halten oder sogar noch ausbauen können. Eine dieser Bands sind die Polen von MEDICO PESTE, die soeben mit ihrer EP „Herzogian darkness“ eine Veröffentlichung vorlegten, die es an Anspruch und Vielfältigkeit locker mit einem großen Teil der aktuellen Veröffentlichungen aufnehmen kann und zudem eine konsequente Weiterentwicklung des eigenen Stils ist. Man ist in den vier-einhalb Jahren seit dem Release des Debüts „Tremendum et fascinatio“ noch düsterer geworden und beschwört auf den vorliegenden etwas mehr als 25 Minuten erneut ziemlich effektiv die inneren Dämonen herauf. „MEDICO PESTE – Herzogian darkness“ weiterlesen

ARS MAGNA UMBRAE – Through lunar gateways

Copyright: Ars Magna Umbrae
Copyright: Ars Magna Umbrae

Und erneut liegt ein hochklassiges Debüt eines Ein-Mann-Projektes, diesmal aus Polen, vor. ARS MAGNA UMBRAE nennt man sich und feuert mit „Through lunar gateways“ mal eben eine der musikalisch besten Erstveröffentlichungen auf die ahnungslose Meute. Recht atmosphärischer Black Metal wird hier geboten, jedoch geht es meistens eher im düsteren Midtempo zur Sache, so dass man auf die Voranstellung „Atmospheric“ bei der Klassifizierung gerne verzichten kann. Denn hier wird der Schule der Frühneunziger gehuldigt, inklusive leicht progressiv-avantgardistischen Momenten, die eher untypisch für diese Art Musik sind, sich jedoch erstklassig in den Gesamtsound einfügen. „ARS MAGNA UMBRAE – Through lunar gateways“ weiterlesen

TOMB MOLD – Primordial malignity

Copyright: Blood Harvest / Tomb Mold
Copyright: Blood Harvest / Tomb Mold

Aus Kanada kommt nicht nur erstklassiger Black Metal, auch die Death Metal-Szene ist recht vital, wie das Debüt des aus Toronto stammenden Duos TOMB MOLD, „Primordial malignity“, zeigt. Stilistisch bewegt man sich im Death Metal der Endachtziger, Anfang der Neunziger mit einer gut ausgeprägten Schlagseite hin zur damaligen finnischen Szene. Das 32 Minuten dauernde Gemetzel gehört weder zu den technisch anspruchvollsten Alben noch ist es stumpfes Geprügel, am ehesten lässt es sich als goldener Mittelweg bezeichnen, da beide Extreme ein gut durchdachtes Ganzes ergeben. Die Produktion ist ebenfalls gut gelungen: Roh genug, um auch Underground-Puristen zu gefallen, sowie recht ausdifferenziert für diejenigen, die Wert auf ein erkennbares Klangbild legen. Hervorstechend ist zu jeder Zeit besonders der Bass, was den Sound extrem dicht macht. Die geröchelten Vocals passen dazu wie die Faust aufs Auge, so dass man vorab schon mal von einem gut gelungenen Album sprechen kann. Doch der Reihe nach: „TOMB MOLD – Primordial malignity“ weiterlesen