Celebrations of Life and Death

TODTGELICHTER – Rooms

Copyright: Todtgelichter
Copyright: Todtgelichter

Bald ist es also soweit. Im April werden die Hamburger Avantgardisten TODTGELICHTER ihr voraussichtlich letztes Konzert spielen. Da bisher noch nicht bekannt ist, wie es dann weitergehen soll, ist dieses Review ihres letzten Albums „Rooms“ (erschienen im April 2016) schon mal ein leiser Schwanengesang auf eine der außergewöhnlichsten Bands im progressiven Black Metal. Zuvorderst sei gesagt, dass „Rooms“ kein einfaches Album ist. Man muss sich damit beschäftigen, muss ihm Zeit geben, sich in all seinen Facetten entfalten zu können. „Rooms“ ist kein Album, dass man mal eben so nebenbei hört. Es ist kein Album, dass man in der ersten Zeit oft hört und irgendwann nur noch bei passender Gelegenheit aus dem Regal zieht. „Kopfhörermusik“ trifft das Ganze daher am Besten. Bereits der Opener „Ghost“ ist so vielschichtig, dass man sich automatisch hinsetzt, unter die Kopfhörer klemmt und versunken den Klangkaskaden lauscht. „TODTGELICHTER – Rooms“ weiterlesen

THE OSSUARY – Post Mortem Blues

Copyright - The Ossuary
Copyright – The Ossuary

DOOM! Wohl die erhabenste Spielart im Metal und fast ebenso breit gefächert in den Stilen wie der Black Metal. Und während dieser meine Gefühle und Emotionen nach außen transportiert und mich zu dem Menschen macht, der ich bin, so kann man den Doom als meine Seele bezeichnen; als das Element, das stets vorhanden, jedoch weder von außen zu sehen oder zu spüren ist. Und seien wir ehrlich: Black Metal spielt und lebt man, aber Doom IST man. So könnte man fast davon sprechen, dass zwei Herzen, ach, in meiner Brust schlagen. Und ich ebenso im Doom-Underground wie im Black Metal wühle. Und da habe ich dieses gerade erschienene Debüt-Album der Italiener THE OSSUARY entdeckt und mir gestern gleich mal als Geburtstagsgeschenk gegönnt. Mit „Post Mortem Blues“ liegt hier ein Album vor, dass man als Schnittmenge von Black Sabbath (die Riffs!), St. Vitus und Pentagram bezeichnen kann. Der Opener „Black curse“ gibt dabei eindeutig vor, wohin die Reise in den kommenden 42 Minuten gehen wird. „THE OSSUARY – Post Mortem Blues“ weiterlesen

THE SHIVA HYPOTHESIS – Promo 2015

(You can find the english transcript of this review here)

Copyright: The Shiva Hypothesis
Copyright: The Shiva Hypothesis

Man muss es einfach sagen: Bands, die sich nach der Gründung ein paar Jahre Zeit lassen, bis sie sich an die Öffentlichkeit wagen, sind mir wesentlich sympathischer als solche, die Schnellschüsse veröffentlichen. So wie im Falle der Holländer THE SHIVA HYPOTHESIS, die drei Jahre im stillen Kämmerlein werkelten, bevor sie diese 20 Minuten angeschwärzten Todesmetalls auf die Menschheit losließen. Und auch hier muss ich (leider) zugeben, dass mir da fast wieder ein richtig toller Release durch die Lappen gegangen wäre. Grund genug also, die Jungs aus Enschede noch unter die Lupe zu nehmen, bevor sie (hoffentlich bald) ihr Debüt auf die Meute loslassen. Und was soll ich sagen? Ich bin beeindruckt von der Soundgewalt, die da im Opener „Caduceus“ auf mich niedergeht. „THE SHIVA HYPOTHESIS – Promo 2015“ weiterlesen

GOATH – Goath

Copyrith: Goath
Copyright: Goath

In Kürze erscheint das Debüt-Album der Recken aus Nürnberg. Zeit also, sich mal mit dem selbstbetitelten Demo auseinanderzusetzen, das seit Dezember 2016 auch über Ván Records als LP (in rotem oder schwarzem Vinyl) zu beziehen ist. Bevor wir uns der Musik widmen, noch eine Anmerkung zum Logo: Warum zur Hölle ist vorher noch niemand auf die Idee gekommen, einen Ziegenbock in dieser Form in ein Logo einzubinden (und man lasse mich jetzt bitte in Ruhe mit irgendwelchen ziegenköpfigen Krachkapellen)? „GOATH – Goath“ weiterlesen

NEMESIS SOPOR – MMXL

Copyright: Nemesis Sopor
Copyright: Nemesis Sopor

Es erstaunt immer wieder, wie sehr sich der Black Metal seit seinen Ursprüngen in den frühen Achtzigern entwickelt hat. Vom mehr oder weniger unstrukturierten Krach bis hin zu atemberaubenden Klangkaskaden. Und dieses komplette Spektrum wird auch heute noch abgedeckt, was umso erstaunlicher ist, da in den meisten anderen Metal-Genres zeitweilig stets der eine oder andere Stil führend ist. Natürlich haben wir auch im Black Metal Fraktionen, die die eine oder andere Spielweise preferieren und dies bis hin zum „Elitedenken“ treiben. Wo meine musikalischen Vorlieben liegen, dürfte mittlerweile ja eh bekannt sein. Ebenso aber auch, dass ich nicht davor zurückschrecke, immer Neues zu entdecken. In diesem Falle sind es NEMESIS SOPOR aus Dresden, die mit „MMXL“ ihr bereits drittes Album vorlegen. „NEMESIS SOPOR – MMXL“ weiterlesen

PESTLEGION – Dominus profundum

Copyright: Pestlegion
Copyright: Pestlegion

An deutschem Black Metal kommt man im Moment schwer vorbei, befasst man sich mit der internationalen Szene. Denn so gut wie jede Spielart bietet hochkarätige Vertreter, die locker auf dem Niveau der sonst gerne mal bevorzugten Skandinavier spielen. So auch im Falle des Marler Viergestirns PESTLEGION, die ihren zum Teil sehr melodischen Black Metal mit Einflüssen von schwedischen Bands wie alten Lord Belial oder Sacrilegium würzen, während so manche Harmonie eher an das Debüt von Dissection denken lässt. Die Produktion hat dazu genug Power, um die Gehörgänge dauerhaft frei zu bekommen. Drums und Gitarren sind gut aufeinander ausbalanciert (ich mag besonders den Snaresound), die Vocals haben genug Dynamik, um das klassische Gekeife nicht ermüdend wirken zu lassen und im Songwriting herrscht ausreichend Abwechslung, um die Spannung auf den jeweils nächsten Song beizubehalten. „PESTLEGION – Dominus profundum“ weiterlesen

SEHER – Nachzehrer

Copyright: Seher
Copyright: Seher

Es ist manchmal nicht besonders einfach, den Überblick über den heimischen Underground zu behalten. Obwohl man täglich neue Releases entdeckt, teilweise Unsummen in den Kauf von Musik steckt, um die Bands zu supporten, sich auch intensiv damit beschäftigt (der Musik an sich, nicht unbedingt deren Kauf, der dann eh automatisch abläuft), so bleibt doch ab und an leider ein Album auf der Strecke. So geschehen zuletzt mit diesem Debüt-Album der Berliner Schwarzkittel SEHER, die bereits 2015 mit einem ganz beachtlichen Demo auf sich aufmerksam machen konnten und im vergangenen Jahr ihr Debütalbum „Nachzehrer“ über Totenmusik als Tape (limitiert auf 100 Exemplare) sowie als Digipak-CD veröffentlichten. Vendetta Records schoben dann noch ein auf 300 Stück limitiertes Vinyl nach, das nun auch Anlass sein soll, sich das Album als Ganzes mal genauer anzuschauen. „SEHER – Nachzehrer“ weiterlesen

GJENDØD – Nedstigning

(You can find the english transcript of this review here)

Copyright: Gjendød
Copyright: Gjendød

Zugegeben: Bands aus Norwegen, die in den „alten Hochburgen“ des Black Metal wie etwa Oslo, Bergen oder auch Trondheim beheimatet sind, haben automatisch einen Vertrauensvorschuß bei mir. So erging es mir auch im vergangenen Jahr, als ich das Demo dieses Trondheimer Duos in die Hände bekam (Review folgt an anderer Stelle). Die darauf enthaltenen Einflüsse reichten von alten Mayhem, Burzum, Ulver bis hin zu ganz alten Thorns, Manes oder Taake. Ich fand das Demo schon ausgezeichnet und war deshalb extrem gespannt auf dieses Debüt-Album. „GJENDØD – Nedstigning“ weiterlesen

ULTIMA RATIO – Cimmerian heritage – Eredità oscura

Copyright: Ultima Ratio
Copyright: Ultima Ratio

Italien ist ja nicht gerade dafür bekannt, eine Hochburg für qualitativ hochwertigen Black Metal zu sein. Umso mehr war ich auf diese Debüt-EP des Ein-Mann-Projektes aus den Abruzzen, ULTIMA RATIO, gespannt. Lediglich ein Song kursierte seit 2014 via Bandcamp, „Lord of the dungeon“. Und der war ein eher durchschnittlicher, wenn auch sehr atmosphärischer Track, den ich immer als eine Mischung aus ganz alten Emperor und Mortiis empfand. Ganz okay, aber sicher kein Track für die Ewigkeit.

Nun liegt die EP vor und als erstes fällt natürlich der Titel auf, sofern man mit „Age of Conan“ vertraut ist. Denn die Cimmerier waren ein hyperboräisches Volk, dem eben auch Conan entstammte. Ein Tracktitel wie „The everlasting empire of fire“ könnte dies zudem nahelegen, da es ähnliche Formulierungen auch in den Conan-Comics gibt. Aber nun genug des Nerd-Talks, denn dies ist natürlich alles Quatsch. „ULTIMA RATIO – Cimmerian heritage – Eredità oscura“ weiterlesen

Klassikeralben: MYSTICUM – In the streams of inferno

So gut wie jeder hat zumindest schon mal etwas von ihnen gehört, aber nicht jeder hat deswegen auch ein ganz bestimmtes Album in seinem Plattenschrank stehen: Die sogenannten Klassiker, die einen mehr oder minder großen Einfluss auf die Black Metal-Szene ausgeübt haben. Interessant an dieser Definition ist, dass es im Metal einer Zeitspanne von ungefähr zehn Jahren bedarf, bis ein Album mit einer gewissen Wirkweise auf die Szene zu einem solchen wird. Im klassischen Heavy Metal muss man dazu nur an die ersten Alben von Iron Maiden denken, im Black Metal an Venom oder Bathory. Aber was ist eigentlich mit den kleineren, der großen Masse eher unbekannten Bands, die einen genauso großen Einfluss auf die Szene ausübten? Die werden wir ab sofort in dieser Rubrik behandeln. Der Grundgedanke ist, eher die Bands zu featuren, die zwar fast nur am Rande auftauchen, aber nichtsdestotrotz einen ebenso großen Einfluss hatten (oder haben) wie die „großen“ Bands. Die Rubrik wird auch eine gute Möglichkeit bieten, Querverbindungen zu den „Bandspecials“ zu knüpfen und so auf die Dauer ein ganzheitliches Konzept bilden zu können. Ich wünsche euch viel Spaß bei der kurzweiligen Lektüre und bin schon gespannt auf eure Kommentare und Vorschläge.

Copyright: Mysticum
Copyright: Mysticum

Es gibt wenige Bands im Black Metal, die nicht der „reinen Lehre“ zuzuzählen sind aber dennoch von einem Großteil der Szenegänger gemocht werden. Die Norweger MYSTICUM gehören da ohne Wenn und Aber dazu. Ihr Debütalbum „In the streams of inferno“ entlud 1996 trotz Industrial-Elementen und Drumcomputer eine geballte Ladung Bösartigkeit über die Black Metal-Szene und polarisierte die Hörerschaft von Anfang an. „Klassikeralben: MYSTICUM – In the streams of inferno“ weiterlesen