Celebrations of Life and Death

SHROUD OF SATAN – At the behest of time

Copyright: Shroud of Satan
Copyright: Shroud of Satan

Es gibt Bands innerhalb der heimischen Szene, die ihr Ding kompromisslos durchziehen. Das kann man entweder mögen oder auch nicht. Die Mecklenburg-Vorpommern SHROUD OF SATAN gehören da eindeutig dazu. Auf ihrem ersten Album „At the behest of time“ von 2015 wird Black Metal in seiner pursten und rohesten Form präsentiert, dabei jedoch auch Wert auf melodischere Parts gelegt. Ende vergangenen Jahres schob das Label Sol Records endlich den heiß erwarteten Vinyl-Release nach, der alleine schon Grund genug ist, dem Album auch hier noch ein Review zu verpassen. Zunächst: Ich mag diesen rohen Sound. Hier wurde nichts glattpoliert, nicht auf irgendwelche Konventionen geachtet oder für ein angenehmes Hörgefühl gesorgt. Das hier ist ursprünglichster Black Metal in seiner brutalsten Form. „SHROUD OF SATAN – At the behest of time“ weiterlesen

NEBELSCHWADEN – Nostalgie & Apathie

Copyright: Nebelschwaden
Copyright: Nebelschwaden

Mit „Nostalgie & Apathie“ veröffentlichten die Auricher bereits im Juli letzten Jahres eine Compilation, die die drei EP’s aus den Jahren 2014/2015 zusammenfasst und um einen Track mit akustischen Neuinterpretationen verschiedener Teile der drei Songs erweitert. Da wir es hier zudem mit einer Band zu tun haben, die man musikalisch stellenweise durchaus als DSBM mit Mgla-Einschlag bezeichnen kann und die instrumentell auf recht hohem Niveau spielen, ist mir diese Veröffentlichung allemal eine genauere Begutachtung wert. Die Produktion ist recht rauh gehalten, jedoch sind die Instrumente gut ausbalanciert produziert und verströmen die für den Stil gewünschte Atmosphäre. „NEBELSCHWADEN – Nostalgie & Apathie“ weiterlesen

DOOMENTOR – Dominus omnes

Copyrith: Doomentor
Copyright: Doomentor

Schon mal etwas von „Black Occult Imperial Doom Metal“ gehört? Ich zugegebenermaßen auch nicht, bis ich diese Truppe entdeckte. Na gut, letzten Endes steckt dahinter Doom Metal mit einer starken Black Metal-Schlagseite, aber derart rotzig und undergroundig, dass es eine wahre Freude ist, sich dieses Album anzuhören. Die Vocals sind dermaßen rotzig, die Gitarren für diese Art von Musik schon fast zu perfekt abgemischt, die Drums exzellent produziert und auch der Bass stets vernehmbar. Der Opener „The entrance“ irritiert in der ersten Minute zwar etwas durch das irgendwie spacige Intro in der ersten Minute, aber ab dann wird Doom-Vollgas gegeben (sic!). „DOOMENTOR – Dominus omnes“ weiterlesen

THROANE – Derrière-nous, la lumière

Copyright: Throane
Copyright: Throane

Seit einiger Zeit kursiert im Black Metal-Underground der noch relativ neue Begriff „New Wave of French Black Metal“. Das zeugt zum einen von einem gewaltigen Selbstbewusstsein innerhalb der Szene (als auch der partizipierenden Labels) und soll andererseits als neues Qualitätsmerkmal dieser im Moment extrem starken Bands dienen. Und so ganz abwegig ist das auch nicht, führt man sich nur mal das Debüt-Album des Ein-Mann-Projektes THOARNE zu Gemüte. Und was für ein Album da vorliegt! Glaubt man im Opener „Sortez vos lames, que nous perdions nos poings“ noch, es mit Depressive Black Metal, vermischt mit düsteren Ambient-Klängen zu tun zu haben, relativiert sich dieser Eindruck beim folgenden „Aussi féroces que nous repentons“. Denn hier wird abgrundtiefer Black Metal dargeboten, bar jeder Hoffnung. „THROANE – Derrière-nous, la lumière“ weiterlesen

AU CHAMP DES MORTS – Dans la joie

Copyright: Au Champ des Morts
Copyright: Au Champ des Morts

Frankreich galt ja noch nie sonderlich als Hochburg für wirklich erstklassigen Black Metal. Zu experimentell, zu avantgardistisch und stellenweise sogar zu belanglos klangen viele der Bands (und als Halbfranzösin sage ich das wirklich nicht gern). Seit sich der Black Metal jedoch vor einigen Jahren zu modernisieren begonnen hat und seitdem immer mehr genrefremde Einflüsse in das ursprüngliche Klanggerüst einfließen und dies von zum Teil hochtalentierten Musikern bewerkstelligt wird, sieht es in dieser Hinsicht ganz anders aus. Bestes Beispiel sind die seit gerade mal 2014 aktiven AU CHAMP DES MORTS aus Clermont-Ferrand, die Ende Januar ihr Debüt „Dans la joie“ veröffentlichten. Dem vorausgegangen war 2016 eine EP namens „Le jour se lève“. Bereits da war zu erkennen, dass die Mischung aus atmosphärischem Black Metal, Post-Rock-Elementen sowie von Anleihen aus dem Post-Black Metal extrem stimmig wirkt. „AU CHAMP DES MORTS – Dans la joie“ weiterlesen

UNRU – Als Tier ist der Mensch nichts

Copyright: Unru
Copyright: Unru

Gerade erst haben Wind in His Hair ihre Debüt-EP veröffentlicht, auf der sie zeigen, dass man Black Metal durchaus ansprechend mit Crust verbinden kann, ohne dass dadurch große Stilbrüche erzeugt werden. Bereits seit 2012 jedoch experimentieren die Bielefelder UNRU mit diesen Elementen, was sie quasi zu den Pionieren in diesem noch recht jungen Soundgefüge macht. Nach einer Demo, zwei Split’s und einer Single legte man bereits im vergangenen März das Debüt-Album „Als Tier ist der Mensch nichts“ vor. Die 36 Minuten sind ein wahrer Ausbund an Experimentierfreude, wie gleich zu Beginn der Opener „Zerfall & Manifest“ beweist, in dem beinahe ambient-artige düstere Klänge auf fast verstörend zu nennenden Black Metal trifft. „UNRU – Als Tier ist der Mensch nichts“ weiterlesen

HEIMDALLS WACHT – Geisterseher

Copyright: Heimdalls Wacht
Copyright: Heimdalls Wacht

Mit „Geisterseher“ legten die Nordrhein-Westfalen bereits im Oktober 2016 ihr mittlerweile siebtes Studioalbum vor, welches in der gewohnten Schnittmenge zwischen Pagan und Black Metal liegt. Dabei befindet sich der Fokus eindeutig im Pagan-Bereich, ohne dass hier mit albernem Schnickschnack wie Folk-Instrumenten (welche sowieso nur zu einer Handvoll Bands passen), Keybords oder hymnischem „Eiergesang“ gearbeitet wird. Im Gegenteil kann man die Truppe eher mit Bands wie Obscurity oder Aaskereia vergleichen, wobei der Grundsound stellenweise doch ein wenig düsterer ausfällt. Zudem hat Andy Claasen in seinen Stage One Studios mal wieder ganze Arbeit geleistet und einen druckvollen, ausdifferenzierten Sound gezimmert, der von der ersten Note des Openers an (der gleichzeitig auch der Titeltrack ist) mächtig Dampf macht und vorgibt, was man in der knappen Stunde Spielzeit zu erwarten hat. „HEIMDALLS WACHT – Geisterseher“ weiterlesen

WIND IN HIS HAIR – Earthwrecker

Copyright: Wind in His Hair
Copyright: Wind in His Hair

Es ist wirklich erstaunlich, welche Stilblüten man im Black Metal so findet. Mit den Berlinern WIND IN HIS HAIR haben wir nun einen Vertreter des atmosphärischen Black Metal, verbunden mit einer ordentlichen, aber nie dominierenden, Crust-Schlagseite. Interessant ist vor allem, dass man sich hier völlig Black Metal-untypisch mit Native American-Themen auseinandersetzt und der Wut auf die Gesellschaft freien Lauf lässt. Das hört man im extremen Metal eh nicht alle Tage in dieser Kombination (höchstens Unru fallen mir da spontan noch ein); von daher war auch meine Neugier schnell geweckt. Während das Intro „The guts of the land“ noch ein Spoken-word-Track, untermalt von atmosphärischen Klängen ist, gibt man im folgenden „Sequoia“ dann stellenweise richtig Gas. „WIND IN HIS HAIR – Earthwrecker“ weiterlesen

BONJOUR TRISTESSE – Par un sourire

Copyright: Bonjour Tristesse
Copyright: Bonjour Tristesse

Bereits 2011 erschien dieses großartige Album des bayerischen Ein-Mann-Projektes BONJOUR TRISTESSE auf dem mexikanischen Label Self Mutilation Services als CD und Download. Eine Neuauflage mit teilweise neu aufgenommenen und arrangierten Tracks (4-6), sowie remixed und remastered erschien 2015 über MDD Records. Supreme Chaos Records haben sich nun des Vinyl-Releases angenommen, der am 17.02.2017 erschien und schon jetzt so gut wie ausverkauft ist (was mich persönlich ganz schön frustriert, da ich sie mir durch die Umzugskosten gerade nicht mehr sichern konnte). Das spricht schon mal für die Klasse und Beliebtheit der doch sehr eng gesteckten Zielgruppe. Denn Mastermind Nathanael, den man aus Bands wie Thränenkind, Heretoir und Agrynie kennt, hat bereits mit „Par un sourire“ seine musikalische Klasse unter Beweis gestellt und gezeigt, dass atmosphärischer Black Metal keine modernen Stilelemente braucht, um sich von der breiten Masse abzuheben. „BONJOUR TRISTESSE – Par un sourire“ weiterlesen

TODTGELICHTER – Rooms

Copyright: Todtgelichter
Copyright: Todtgelichter

Bald ist es also soweit. Im April werden die Hamburger Avantgardisten TODTGELICHTER ihr voraussichtlich letztes Konzert spielen. Da bisher noch nicht bekannt ist, wie es dann weitergehen soll, ist dieses Review ihres letzten Albums „Rooms“ (erschienen im April 2016) schon mal ein leiser Schwanengesang auf eine der außergewöhnlichsten Bands im progressiven Black Metal. Zuvorderst sei gesagt, dass „Rooms“ kein einfaches Album ist. Man muss sich damit beschäftigen, muss ihm Zeit geben, sich in all seinen Facetten entfalten zu können. „Rooms“ ist kein Album, dass man mal eben so nebenbei hört. Es ist kein Album, dass man in der ersten Zeit oft hört und irgendwann nur noch bei passender Gelegenheit aus dem Regal zieht. „Kopfhörermusik“ trifft das Ganze daher am Besten. Bereits der Opener „Ghost“ ist so vielschichtig, dass man sich automatisch hinsetzt, unter die Kopfhörer klemmt und versunken den Klangkaskaden lauscht. „TODTGELICHTER – Rooms“ weiterlesen