Celebrations of Life and Death

GATEWAY TO SELFDESTRUCTION – Death, my salvation

Copyright: Northern Silence Productions / Gateway to Selfdestruction
Copyright: Northerns Silence Productions / Gateway to Selfdestruction

„Die Lyrics beschreiben den Moment, in dem jemand entscheidet, weiterzuleben oder zu sterben sowie die Geschichte hinsichtlich dieser Entscheidung und ihrer Folgen.“ So lautet ein Auszug aus dem Promoblatt der noch jungen Zwickauer Band GATEWAY TO SELFDESTRUCTION, der mich hinsichtlich der philosophischen Komponente inhaltlich schon mal sehr angesprochen hat. Anhand dieses lyrischen Konzeptes sowie Bandnamen und Albumtitel habe ich bereits damit gerechnet, dass wir es hier mit Depressive Black Metal zu tun haben. Die Erwartung trog auch nicht. Zum Glück haben wir es hier nicht einfach mit einem weiteren SHINING-Abklatsch zu tun (auch wenn sich Einflüsse der Schweden im Gesamtsound nicht leugnen lassen). Dafür ist das musikalische Spektrum doch sehr weit gestreut. „GATEWAY TO SELFDESTRUCTION – Death, my salvation“ weiterlesen

DEAD LIMBS – Spiritus/Sulphur

Copyright: Northern Silence Productions / Dead Limbs
Copyright: Northern Silence Productions / Dead Limbs

Ehrlich gesagt überrasche ich mich gerade selbst. Ich erwische mich nämlich dabei, dass ich so ein klitzekleines bisschen doch etwas mit atmosphärischem Black Metal anfangen kann. Sofern er nicht gerade aus den USA kommt oder man ihn einfach Cascadian Black Metal nennt (oder wie meine Freundin es formuliert: Baumkuschler-Black Metal). Jeder hat natürlich ein anderes Empfinden im Hinblick auf die persönliche Wahrnehmung von Musik; so auch ich. Und bloß, weil ich privat etwas nicht mag, heißt das ja nicht, dass ich deswegen nicht objekt sein könnte. Die Brasilianer DEAD LIMBS haben nach ihrer 2015er EP „Lighthouse“ gerade ihr erstes Full-length-Album veröffentlicht. „Spiritus/Sulphur“ heißt das gute Stück und ich bin absolut begeistert. Denn wo bei den genannten Nordamerikanern die Atmosphäre eher aus Themen wie Naturverbundenheit oder einer gewissen Romantik hervorgerufen wird und sich dies eben auch als zentrales Element im Sound festsetzt (Ausnahmen gibt es natürlich auch hier), entwickeln europäische oder südamerikanische Bands die Atmosphäre generell aus den Songs und ihren Einflüssen hinsichtlich des Bandkonzepts. „DEAD LIMBS – Spiritus/Sulphur“ weiterlesen

Uškumgallu – Rotten limbs in dreams of blood

Copyright: Vrasubatlat
Copyright: Vrasubatlat

Das US-Label Vrasubatlat veröffentlichte gerade die LP-Version des Uškumgallu-Debüts „Rotten limbs in dreams of blood“. Zeit also, uns mal mit diesem Album zu beschäftigen, das bereits im August 2016 als auf 200 Exemplare limitiertes Tape erschien. Während mich die Hauptband der beiden Protagonisten M.S. und R.F., Ash Borer, nie so richtig begeistern konnte (allenfalls 2012 mit „Cold of ages“ ein wenig), macht dieses Side-Project alles richtig. Alleine schon das unbetitelte Intro (oder würde jemand ernsthaft „- – -“ als Titel bezeichnen?) verstört den Hörer regelrecht durch seine komplette Dissonanz des Sounds und zieht ihn direkt in die Niederhöllen hinein, wo man sich anschließend dank des folgenden Tracks „Rotten limbs“ dann doch ziemlich schnell zu Hause fühlt. Schwere, doomige Parts wechseln sich mit der Black Metal-typischen Raserei ab, während der Gesang vom tiefen Growlen bis zum wütenden Keifen eine breite Palette an Emotionen abdeckt. „Uškumgallu – Rotten limbs in dreams of blood“ weiterlesen

HORN – Turm am Hang

Copyright: Northern Silence Productions
Copyright: Northern Silence Productions / Horn

Kommen wir endlich mal wieder zu einem aktuellen Album innerhalb dieser Reviewsection. HORN aus Paderborn haben soeben ihr siebtes Album „Turm am Hang“ veröffentlicht. Wer die bisherigen Releases der Band (besser gesagt des Ein-Mann-Projekts) in seinem Plattenschrank stehen hat, wird sicher auch bei diesem Album zuschlagen. Und das aus gutem Grund: Gehören HORN doch zu den Bands, die sich trotz zahlreich vorhandener Pagan Metal-Elemente stets eindeutig noch dem Black Metal zugehörig fühlen. Die Songs treiben den Hörer stets weiter nach vorne, ohne dass es zu irgendeinem Zeitpunkt langweilig wird. Auch kann man dem Album eine gewisse Epik nicht absprechen, ohne dass man dabei gleich an Bathory oder Falkenbach denken müsste. Denn dazu geht es einfach zu straight voran. Und das ist gut so, da HORN einen absoluten Wiedererkennungswert besitzen, ohne dabei irgendwelche Kommerzgelüste zu bedienen (wie das so manch andere Band vergleichbaren Stils in ihrer Karriere getan hat). „HORN – Turm am Hang“ weiterlesen

ELFFOR – Malkhedant

Copyright: Naturmacht Productions / Elffor
Copyright: Naturmacht Productions / Elffor

Wie ja jedermann weiß, der mich ein bisschen kennt, bin ich nicht gerade die größte Freundin von Atmospheric oder Melodic Black Metal. Trotzdem landen solche Alben auf meinem Tisch und ich bin unvoreingenommen genug, um diese dann fair zu beurteilen. So hat es auch das aktuelle Album des Spaniers ELFFOR (ja, wieder mal ein Ein-Mann-Projekt) in meine Anlage geschafft. Typisch für viele Atmospheric Black Metal-Bands sind die zuweilen sehr stark vertretenen ruhigen, manchmal sogar romantisch anmutenden Abschnitte auf den jeweiligen Alben (Musik also für den Parabelritter – sorry, der musste sein). „ELFFOR – Malkhedant“ weiterlesen

DOM DRACUL – Cold grave

Copyright: Sun & Moon Records
Copyright: Dom Dracul / Sun & Moon Records

Bereits 2002 aufgenommen, erschien Ende November des vergangenen Jahres „Cold grave“ zeitgleich als eines von zwei Alben (Review zu „Devil dedication“ folgt). Wie viele andere Bands dieser Prägung ist auch DOM DRACUL ein Ein-Mann-Projekt; dieses hier besteht seit 1998. In dieser Zeit veröffentlichte die Band insgesamt ein Demo („Genocide in the name of Satan“, 2004), drei Full-length-Alben (neben den genannten beiden „Attack on the crucified“, 2005) sowie 2006 eine Split-EP mit Necroplasma, Sarin und Capitis Damnare. Stilistisch knüpft „Cold grave“ an die Tradition der frühen Neunziger an. Die Songs bewegen sich irgendwo zwischen Midtempo und schnellen Parts und wirken hin und wieder leicht doomig. Jedoch verfallen sie eigentlich fast nie in die typische nordische Raserei, wie man sie beispielsweise von einigen Darkthrone-Alben dieser Zeit kennt. „DOM DRACUL – Cold grave“ weiterlesen

Seltsame Alben oder: Braucht man so etwas wirklich im Black Metal?

Wie in jeder anderen Sparte des Metal gibt es auch im Black Metal (bzw. dessen Umfeld) Bands, bei denen man sich uwillkürlich denkt: „Was hat das denn bitte noch mit Black Metal zu tun? “ In dieser Rubrik „Seltsame Alben“ werde ich von Zeit zu Zeit Alben oder Bands vorstellen, die nicht so wirklich in das typische „Klischee“ im Black Metal passen. Dabei steht dann gar nicht mal so sehr der musikalische Aspekt im Vordergrund, sondern eher das Albumkonzept oder gleich komplett die ganze Band. Wer Ideen hat, kann diese natürlich gerne an mich weiterreichen.

HOTH – Oathbreaker

Copyright: Hoth
Copyright: Hoth

Vor ungefähr zweieinhalb Jahren fiel mir dieses Album der Band aus den Staaten in die Hände, weil ein Bekannter zu mir meinte: Das ist lustig, das musst du dir zulegen. Ich gehöre eben zu den Menschen, die sich auch gerne mal überraschen lassen. Und nein, ich bin nicht der Meinung, dass Spaß etwas ist, was in den Black Metal gehört. Da besagter Bekannter aber ein komischer Kauz ist und eh einen etwas seltsamen Humor hat (sorry, Ulf), bin ich seinem Rat gefolgt und habe es mir beim Händler meines Vertauens gekauft. Zwei, drei Tage später lag dann das Päckchen in der Post. Ich holte die CD heraus und musste mich erst einmal setzen. „Seltsame Alben oder: Braucht man so etwas wirklich im Black Metal?“ weiterlesen

SARKRISTA – The acheronian worship

Copyright: Sarkrista
Copyright: Sarkrista

Da in Kürze das neue Album der Horde aus Schleswig-Holstein erscheint („Summoners of the serpents wrath“ via Purity through Fire), ist jetzt ein guter Zeitpunkt, mal auf das erste Album „The acheronian worship“ (erschienen 2013) zurück zu schauen.
Die erste Band, an die man unweigerlich denken muss, sobald nach dem leicht episch anmutenden „Introduction“ die ersten Takte von „Grim satanic vengeance“ durch die Boxen schallen, sind Satanic Warmaster. Ebenso wie die Finnen verbinden SARKRISTA schnelle Parts (ohne dabei ins Blasten zu verfallen), mit episch-erhabenem Riffing und keifenden Vocals wie aus den Niederhöllen. Musikalisch lassen die Jungs absolut nichts anbrennen: Wie man es eigentlich von Anfang an erwartet, wird die komplette Spielzeit hindurch richtig Gas gegeben. „SARKRISTA – The acheronian worship“ weiterlesen

BALFOR – Black serpent rising

Copyright: Balfor
Copyright: Balfor

Okay, zugegeben: BALFOR machen nicht gerade die Art von Musik, die ich als Black Metal bezeichne. Aber es soll ja Leute geben, die sich gerne mal einen generellen Überblick darüber verschaffen wollen, was denn alles so an Unterspielarten existiert (sprich: Szeneneulinge). Dann starten wir mal direkt ins Review…
Die Ukrainer spielen eine recht melodische und bisweilen auch recht atmosphärische Spielart des Black / Death Metal. Wobei das Riffing größtenteils Death Metal-lastig ausfällt und der Black Metal-Anteil in den atmosphärischeren Parts, besonders in den immer wieder eingestreuten Midtempobreaks zum Ausdruck kommt. Das Drumming ist szenetypisch solide, hinterlässt aber nicht wirklich Wiedererkennungswert. „BALFOR – Black serpent rising“ weiterlesen

GESPENST – Forfald

Copyright: Gespenst
Copyright: Gespenst

So langsam können einem die hochklassigen Erstlingsalben ja unheimlich werden. Entweder hat sich das ganze Potential all die Jahre versteckt, wenn man bedenkt, wie viel durchschnittliches, grottiges und kommerziell glattgebügeltes Zeug uns in den letzten 20 Jahren torpediert hat, oder aber die neue Generation an Black Metal-Bands hat ganz einfach einen höheren Qualitätsanspruch. GESPENST aus dem Westen Dänemarks (aus Aarhus) haben sicherlich zweiteres. Die vier Tracks (zwischen jeweils sieben und zwölf Minuten lang) sind dazu noch verdammt eigenständig, so dass es schwer fällt, überhaupt irgendeine andere Band als Vergleich heranzuziehen. Höchstens Akatechism könnte man als groben Vergleich nennen, obwohl diese noch ein Stück deathmetalliger zu Werke gehen. „GESPENST – Forfald“ weiterlesen