Celebrations of Life and Death

BALFOR – Black serpent rising

Copyright: Balfor
Copyright: Balfor

Okay, zugegeben: BALFOR machen nicht gerade die Art von Musik, die ich als Black Metal bezeichne. Aber es soll ja Leute geben, die sich gerne mal einen generellen Überblick darüber verschaffen wollen, was denn alles so an Unterspielarten existiert (sprich: Szeneneulinge). Dann starten wir mal direkt ins Review…
Die Ukrainer spielen eine recht melodische und bisweilen auch recht atmosphärische Spielart des Black / Death Metal. Wobei das Riffing größtenteils Death Metal-lastig ausfällt und der Black Metal-Anteil in den atmosphärischeren Parts, besonders in den immer wieder eingestreuten Midtempobreaks zum Ausdruck kommt. Das Drumming ist szenetypisch solide, hinterlässt aber nicht wirklich Wiedererkennungswert. „BALFOR – Black serpent rising“ weiterlesen

GESPENST – Forfald

Copyright: Gespenst
Copyright: Gespenst

So langsam können einem die hochklassigen Erstlingsalben ja unheimlich werden. Entweder hat sich das ganze Potential all die Jahre versteckt, wenn man bedenkt, wie viel durchschnittliches, grottiges und kommerziell glattgebügeltes Zeug uns in den letzten 20 Jahren torpediert hat, oder aber die neue Generation an Black Metal-Bands hat ganz einfach einen höheren Qualitätsanspruch. GESPENST aus dem Westen Dänemarks (aus Aarhus) haben sicherlich zweiteres. Die vier Tracks (zwischen jeweils sieben und zwölf Minuten lang) sind dazu noch verdammt eigenständig, so dass es schwer fällt, überhaupt irgendeine andere Band als Vergleich heranzuziehen. Höchstens Akatechism könnte man als groben Vergleich nennen, obwohl diese noch ein Stück deathmetalliger zu Werke gehen. „GESPENST – Forfald“ weiterlesen

AUSTRALES TENEBRIS – Reflecions of a decadent life

Copyright: Australes Tenebris
Copyright: Australes Tenebris

Man könnte meinen, die Begeisterung für Bands wie beispielsweise Mgla ist jetzt auch über den Atlantik nach Brasilien geschwappt, so sehr erinnern AUSTRALES TENEBRIS an die Polen. Sowohl was das atmosphärische und musikalische Grundgerüst angeht, als auch textlich. Das ist jetzt nicht sonderlich originell, auch wenn dieses Debüt handwerklich wirklich gut in Szene gesetzt wurde. Die Produktion ist gut, wenn auch ein wenig kratzig hier und da für meinen Geschmack. Richtig gut geraten sind allerdings die ruhigeren Momente wie in „Erinnerung“ oder im Instrumental „Halucinacja“. „AUSTRALES TENEBRIS – Reflecions of a decadent life“ weiterlesen

MAGOTH – Der Toten Gesang

Copyright: Magoth
Copyright: Magoth

Was den geneigten (Black) Metal-Fans heutzutage als „Demo“ angepriesen wird, ist wirklich nicht mehr feierlich. Da landet eine Veröffentlichung in Albumlänge in deiner Anlage, richtig gut produziert und in keinster Weise daran erinnernd, dass es noch vor gar nicht mal so langer Zeit in der Hinsicht noch ganz anders war. In der Regel waren Demos 15 bis 20 Minuten kurz, mit mal mehr, mal weniger grottigem Kellersound und einer meist sehr spartanischen Aufmachung. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei (auch wenn ich zugeben muss, dass die Tendenz im Underground wieder hin zu Tapes geht; heute immerhin mit guter Produktion und entsprechender Aufmachung). „Der Toten Gesang“ „MAGOTH – Der Toten Gesang“ weiterlesen

DRAUGUR – By the rays of His golden light

Copyright: Naturmacht Productions
Copyright: Naturmacht Productions

In den vergangenen ein, zwei Jahren wurde man mit absolut hochwertigen Erstveröffentlichungen von neuen Bands versorgt, die musikalisch extrem fit sind, für sich alleine stehend einen unverwechselbaren Sound haben und zudem im Hörer das Gefühl erwecken, dass der Black Metal niemals die bekannten kommerziellen Ausverkäufer hatte, sondern nach wie vor einzig und alleine im Underground stattfindet. Und selbst wenn man Tag für Tag in den dunkelsten Ecken der Szene nach neuen Lichtbringern sucht, so dauert es manchmal doch ein wenig länger, bis man auf wahre Schätze stößt. So geht es mir gerade mit DRAUGUR’s Erstlingswerk „By the rays of His golden light“, dass bereits im Juni 2016 erschien. „DRAUGUR – By the rays of His golden light“ weiterlesen

SOULEMISSION – Tales of inevitable death

Soulemission – Tales of inevitable death

Was für ein höllischer Bastard aus Black und Death Metal aus den Niederlanden! Technisch nicht ganz so versiert wie beispielsweise Belphegor gehen die Mannen um Michel Stigter, den meisten wohl eher bekannt als Nimroth (ex-CIRITH GORGOR), aber zu jeder Zeit mit exzellentem Riffing, das sowohl melodisch als auch brutal daherkommt und mich streckenweise ein wenig an Devian denken lässt, zu Werke. Auch das Drumming ist wirklich mehr als nur solides Handwerk. Blastparts als auch kleine Fills und Breaks machen das Hören des Albums zu einer abwechslungsreichen Angelegenheit; was sicher auch damit zusammenhängt, dass hier mit Menthor (unter anderem Enthroned) jemand die Kessel rührt, an dem technisch auch nichts zu bemäkeln ist. „SOULEMISSION – Tales of inevitable death“ weiterlesen

AUTHOR – Lopun alku

Copyright: Naturmacht Productions
Digipak-CD (limited to 300 copies) Copyright: Naturmacht Productions

Manchmal trifft es einen völlig unerwartet: Da erscheint wie aus dem Nichts ein Album, dass dich trotz moderner Produktion mit einem Schlag in die Zeit Anfang / Mitte der Neunziger versetzt, ohne dich dabei vergessen zu lassen, dass diese Zeitperiode unwiderruflich vorbei ist. So ging es mir vor einigen Wochen, als ich dank Bandcamp zufällig auf das Debüt dieses Ein-Mann-Projekt aus Finnland stieß (vorab erschien im vergangenen Jahr die EP „Kuolevaisen kirous“). Grundsätzlich ermüden mich Bands, die das x-tausendste „Hvis lysset tar oss“-Gedächtnisriff immer wieder und in immer neuen Variationen spielen (und das liegt ganz sicher nicht an meinem sonstigen „De mysteriis…“-worshipping). „AUTHOR – Lopun alku“ weiterlesen

STYGIAN TEMPLE – In the sign of the five angles

Copyright: Sol Records
CD (limited to 500 copies) Copyright: Sol Records

„Pure Satanic Fanaticism“

Im Normalfall nehme ich solche Promotionbezeichnungen nicht sonderlich ernst. Im Falle des STYGIAN TEMPLE-Debüts „In the sign of the five angles“ trifft diese aber in jedem Falle zu. Und ich muss gleich zu Beginn zugeben, dass mich dieses Album wie schon seit langer, langer Zeit keines mehr so sehr in seinen Bann gezogen und sich mit jeder Sekunde Spielzeit komplett in mein Hirn gefräst hat. Jeder einzelne Track atmet pure Bösartigkeit und Blasphemie und lebt zu jeder Sekunde im Geiste des „alten“ Black Metal, wie wir ihn Anfang der Neunziger kennen und lieben gelernt haben und wie man ihn heute leider viel zu selten noch findet. „STYGIAN TEMPLE – In the sign of the five angles“ weiterlesen

YITH – Dread

Copyright: Yith
Copyright: Yith

Was für ein Black / Doom Metal-Brett! (Wo kommen die im Moment eigentlich alle hervorgekrochen?) Obwohl es dieses Ein-Mann-Projekt bereits seit 2010 gibt und in der Zeit von 2011 bis 2014 vier Demos veröffentlichte, dürften YITH den meisten wohl noch komplett unbekannt sein. Das hier ist nicht einfach Blackened Doom oder Black Metal mit Doom-Einflüssen – was hier vorliegt, ist ein absolut perfektes Beispiel dafür, wie gut sich diese beiden Stile vereinen lassen, wenn da fähige Musiker am Werke sind. „YITH – Dread“ weiterlesen