SACROCURSE – Gnostic holocaust

Copyright: Iron Bonehead Productions / Sacrocurse
Copyright: Iron Bonehead Productions / Sacrocurse

Internationale Kollaborationen sind schon etwas Tolles: Egal, ob nun als vollwertige Band oder einfach als Projekt zum Austausch unterschiedlicher Ideen; der Austausch derselben ist dabei wohl für jeden Musiker eine Herausforderung. Interessant ist allerdings, dass sich hierbei immer wieder Menschen zusammenfinden, die trotz unterschiedlicher Kulturen für eine einzige Sache brennen: die Musik. Und das ist das wirklich Bemerkenswerte daran. Egal, aus welcher Ecke des Globus: Irgendwo finden sich immer Musiker zusammen, die die Vorliebe für ein bestimmtes Genre teilen und deren kreative Visionen sich zu etwas ganz Eigenem sammeln. So auch im Falle von SACROCURSE, deren momentane Mitglieder zwar nur noch aus Monterrey in Mexico stammen, zu deren Beginn jedoch auch Musiker aus der Türkei mitwirkten. Am 27.10.2017 veröffentlichte man über Iron Bonehead Productions das zweite Album „Gnostic holocaust“, dessen zweite Titelhälfte man durchaus wörtlich nehmen darf. Denn die zehn Tracks sind ein wahres Massaker aus Black und Death Metal südamerikanischer Prägung.

„Just fucking die“ ist auch sofort der passende Einstieg. Das hier ist keine Ohrenschmeichelei, sondern eine bitterböse Kriegserklärung. Ein wenig ärgerlich ist nur die stellenweise etwas zu übersteuerte Produktion bei den Gitarren als auch der nicht so tolle Klang der Snare, sobald diese im Dauerfeuer malträtiert wird. Bei einzelnen Anschlägen hört sie sich dagegen gut an. Na, wie dem auch sei, mit „Jaws of hell“ legt man noch eine Schippe Bösartigkeit mehr drauf und insbesondere der Bass kommt hier gut zur Geltung. Den Übergang zu „Spirit versus flesh“ nimmt man erst gar nicht wahr, man wundert sich nur über das geringere Tempo. Jedoch hält die Verwirrung nicht lange an, denn bald schon befindet man sich wieder im Maschinenfeuer. Übrigens: eine gute Referenz zu diesem Sound sind die kanadischen Krachbolzen von Blasphemy. Die Marschrichtung sollte also spätestens jetzt klar sein, weshalb man sich das Massaker namens „Endless khaoz“ nun in Ruhe zu Gemüte führen kann. Allerdings, ‚Ruhe‘ hat man erst wirklich im folgenden „Kirie eleison“, dass ein für diesen Stil richtig geiler Midtempo-Track ist. Man mag diese Art von Musik entweder oder nicht. Richtig Gas gibt man wieder mit „Maze of serpents“. Man ist schon leicht erstaunt, dass man nach relativ kurzer Zeit schon den sechsten Track geschafft hat. Zum Nachdenken bleibt jedoch keine Zeit, da „Empire of Sekmet“ seine Aufmerksamkeit fordert. So langsam versteht man auch die Songanordnung: Auf einen durchgehend schnellen Track folgt ein stellenweise eher im Midtempo angesiedelter Song. Denkt man jedenfalls, denn das Abschlussdoppel aus dem Titeltrack sowie dem Albumrausschmeißer „Vengeance consumned“ wirft diese These gleich mal wieder über den Haufen. Was für ein gewaltiger Abschluss eines ebenso brachialen Albums!

Wie so viele andere Bands dieser Stilprägung sind auch Sacrocurse in erster Linie etwas für Spezialisten. Das ist auf Grund der – seien wir ehrlich – spannungsarmen Albumstruktur auch nicht verwunderlich. Nicht jeder kann sich dieses Geklopfe eine halbe Stunde am Stück anhören. Gut, ich kann das zwar, aber mit einer Band wie Tetragrammacide kann man eben (noch) nicht mithalten. „Gnostic holocaust“ ist durchaus ein Album, dem man eine Chance geben sollte, wenn man Musik aus dieser Richtung favorisiert. Alle anderen sollten besser erst mal probehören. Antestenswert! +++ 7,5 / 10 Punkten

Ihr erhaltet das Album nach wir vor im Webshop von Iron Bonehead sowohl als LP (limitiert auf 500 Exemplare, davon 250 auf schwarzem und 250 auf Splatter-Vinyl). Oder aber man besucht die Bandcamp-Seite des Labels und legt sich das digitale Format zu. Aber ganz ehrlich? Auf Vinyl hört sich das Album gleich nochmal so gut an…

Copyright: Sacrocurse
Copyright: Sacrocurse

SACROCURSE – Gnostic holocaust
Black / Death Metal – International
Label / Distribution: Iron Bonehead Productions (LP) & Bandcamp (Download)
Running time: 30:44 minutes
Release date: 27.10.2017 (all formats)

www.shop.ironbonehead.de
www.bandcamp.com

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