BARATHRUM – Fanatiko

Copyright: Saturnal Records / Barathrum
Copyright: Saturnal Records / Barathrum

Nach zwölfjähriger Albumabstinenz meldet sich eine der dienstältesten Black Metal Bands aus Finnland mit einem gewaltigen Wutausbruch zurück. Auf ihrem neunten Studioalbum gehen die Satansbraten von BARATHRUM gewohnt energisch zu Werke und zeigen dem Nachwuchs, dass man auch als „alter Hase“ im Geschäft noch über genügend Hass, Energie und jede Menge Wut im Bauch verfügen kann und diese in aggressive Eruptionen zu kleiden versteht. Alleine schon die verdammt druckvolle Produktion macht einen großen Reiz von „Fanatiko“ aus, wobei besonders die beiden Bässe für einen schön erdigen Sound sorgen, der dennoch nicht so trocken klingt wie viele ähnliche Releases von zum Beispiel (alten) Necromantia. Abwechslung erhält das Album durch die vielen Tempiwechsel innerhalb der Songs, so dass sich nicht alles gleich anhört und man von Track zu Track immer wieder Neues entdecken kann.

Den als Single ausgekoppelten Opener „Hellspawn“ kennt man ja eventuell bereits und ich für meinen Teil finde ihn extrem gelungen. Nicht nur der Energie wegen, sondern vor allem, weil direkt klar wird, dass man es hier mit klassischem Black Metal zu tun hat, der sich nicht durch Atmosphäre definiert, sondern in dem es durchgehend volle Kanne auf’s Fressbrett gibt. Was auch gleich „Pope corpse tattoo“ (Songtitel des Jahres!) beweist. Etwas langsamer als der Opener, aber kein bisschen weniger aggressiv wird hier das Midtempo richtig ausgereizt. Das größtenteils eher schleppende „On the dark river bank“ ist daher als Kontrapunkt gut gesetzt, so dass der Hochgeschwindigkeitsrausch in der Mitte des Songs diesen zu einem der Höhepunkte auf „Fanatiko“ werden lässt. Nicht ganz so schleppend, sondern eher doomig gibt sich daraufhin „Sadistic pleasures“, jedenfalls wieder bis zur Hälfte, dann zieht der Track das Tempo an. Man beachte auch mal das in den Hintergrund gemischte Anzählen an dieser Stelle: „1, 2, 3, 4“. Sehr lustig… Das sehr treibende „Arx Satanas“ gehört wohl zu den Songs auf dem Album, in denen man die Bässe am deutlichsten spürt. Extrem energetisch wird hier im hohen Midtempo der Schädel zum Platzen gebracht, so dass die langsameren Passagen zum Ende hin fast schon eine Wohltat sind. Fast, denn das folgende „Church amok“ zieht das Tempo sofort wieder an. Die nötige Ruhepause verschafft erst „Spirit of the damned“, dass in seinen vier Minuten schon beinahe doomige Einflüsse hat, die jedoch immer vom Black Metal überlagert werden und somit zu einem ordentlich walzenden Brecher mutiert. Der Album-Closer und zugleich Titeltrack führt abschließend alle Aspekte zu einem großen Ganzen zusammen und entlässt den Hörer zum Schluss mit dem hynotisch intonierten „Fanatiko“-Chorus; nur von dem Wunsch beseelt, gleich wieder auf Play zu drücken.

Fazit: Die vorliegenden acht Tracks bündeln sich zu dem, was man durchaus als gelungenes Comeback bezeichnen kann (obwohl es in den letzten zwölf Jahren immerhin ein Live-Album, eine Compilation sowie je eine Split und EP gab). Jeder, der seinen Black Metal aggressiv und in der Tradition Anfang der Neunziger stehend mag, muss sich dieses Werk definitiv in seine Sammlung holen. Kaufempfehlung!!! +++ 8 / 10 Punkten

„Fanatiko“ erscheint am 28.04.2017 über Saturnal Records. Bereits jetzt könnt ihr allerdings in deren Webshop die Pre-Order für die CD- und die LP-Version einreichen. Eine digitale Version wird es wahrscheinlich auch geben; näheres dazu erfahrt ihr am Releasetag.

Copyright: Barathrum
Copyright: Barathrum

BARATHRUM – Fanatiko
Black Metal from Finland
Label / Vertrieb: Saturnal Records (CD + LP) & Bandcamp (Download)
Running time: 35:47 minutes
Release date: 28.04.2017

www.heretic.fi/shop/
www.bandcamp.com

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