URFUCHS – Richtnacht

Copyright: Urfuchs
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Durch puren Zufall bin ich auf diese schon seit 2012 aktive Truppe aus Hamburg aufmerksam geworden, die den etwas wunderlichen Namen URFUCHS ihr Eigen nennt. Bis jetzt veröffentlichte das Trio dieses im Jahr 2015 erschienene Full-length-Album sowie im vergangenen Jahr eine Split mit Henbane. Musikalisch fühlt man sich durchaus in der Nähe der Fast-Namenspaten von Urfaust wohl; es wird also stark von den 90ern geprägter Black Metal mit Einflüssen vornehmlich aus Norwegen gespielt, ohne dabei jedoch auf ein modernes Soundgewand zu verzichten. Zugute halten muss man den Nordlichtern, dass sie ihr Handwerk sehr solide verrichten und durchaus um Abwechslung bemüht sind. Produktionstechnisch gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Es wird sehr druckvoll nach vorne gespielt, man hört jede Nuance klar heraus und trotzdem hat der Gesamtsound einen gewissen Retrocharme durch die sehr rau wirkende Produktion. Das gefällt extrem gut und sorgt für die nötige Atmosphäre. Die wird im instrumentalen Intro „Hexenzirkel“ schon mal gut angeheizt und im Opener „Ghul“ fühlt man sich plötzlich in eine Mischung aus Darkthrone und Carpathian Forest versetzt, was auch außerordentlich gut gelingt und die Urfaust-Bezüge dadurch noch deutlicher werden lässt. Das fast schon doomige „For I carved this mountain“ erinnert vom Riffing her sehr an Taake, was ich persönlich sehr schätze und richtig super finde! Das folgende „Totenwald“ erinnert wiederum sehr an langsamere Darkthrone und hätte bereits damals ohne weiteres jedes Album bereichert. Im Titeltrack dominiert das Wechselspiel von langsamen und schnellen Parts, wobei insbesondere der Einstieg verdammt stark ist. Bleiben noch die beiden Abschlusstracks „Im kalten Morgenlicht“ sowie „Malepartus“: Ersteres ist ein wieder sehr schleppender Track, der den wohl größten Einfluss durch Urfaust erfahren hat. Und unwillkürlich kommt mir beim Hören in den Sinn, dass heutige Bands, die sich musikalisch an früheren Zeiten orientieren, sehr oft um Längen besser als das Original sind. Atmosphärisch ist dieser Song ganz, ganz groß und bildet eine perfekte Vorbereitung auf den Album-Closer. Diese instrumentale Black / Doom-Walze rollt abschließend alles nieder, was noch an Zweifeln an der Band übrig ist und entlässt den Hörer in einem letztendlich völlig desolaten, aber befriedigten Zustand.

Der größte Kritikpunkt an „Richtnacht“ ist, dass einiges doch zu sehr nach altbekannten Mustern klingt, wenn auch auf hohem Niveau. Einige mögen das langweilig finden, ich denke jedoch, dass sich URFUCHS auf dem richtigen Weg befinden. Die Wertung am oberen Ende ist daher mehr als angebracht und sollte für die Jungs auch Ansporn sein. Reinhören ist Pflicht!!! +++ 8 / 10 Punkten

Wenn ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid, dann geht schleunigst auf die Bandcamp-Seite der Band und ordert euch dort die auf 50 Exemplare limitierte CD bzw. den Download. Und falls ihr Glück habt, bekommt ihr eventuell noch das Tape über Wulfrune Worxx (E-Mail-Adresse siehe bei den Links).

Copyright: Urfuchs
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URFUCHS – Richtnacht
Black Metal from Germany
Label / Vertrieb: Independent / Bandcamp (CD + Download) & Wulfrune Worxx (Tape)
Running time: 41:45 minutes
Release date: 17.03.2015 (Digital) / 15.04.2015 (CD) / 12.05.2015 (Tape)

www.bandcamp.com
kommandoskogen@hotmail.com

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