SACRIFICIO – Guerra eterna

Copyright: Nuclear War Now! Productions / Sacrificio
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Im War Black Metal gibt es eigentlich nur zwei Meinungen: entweder man mag diesen Stil oder eben nicht. Eigentlich, da hin und wieder Bands auftauchen, die dermaßen Old-School-as-fuck sind, dass sie sowohl die Anhänger des Sounds der ersten Black Metal-Welle als auch überzeugte Modernisten begeistern können. Zu diesen Bands kann man seit vergangenem Jahr die Spanier SACRIFICIO zählen, die ihren Black Metal extrem eigenständig darbieten und trotzdem auch in den 1980ern ihre Fußstapfen hinterlassen hätten. Das will was heißen, denn Abwechslung sucht man heutzutage in dieser Sparte meist vergeblich. Das seit gerade mal 2014 aktive Trio (im selben Jahr erschien bereits das diesem Album vorangegangene Demo; dessen Review findet ihr hier) überzeugt vor allen Dingen durch das nicht konsequent durchgedrückte Gaspedal sowie den Quantensprung, den man seit dem Demo „Sacrificio“ gemacht hat.Tempiwechsel gehören hier zum guten Ton. Dabei ist der Gesamtsound schön brutal, mit heiseren, aber verständlichen Vocals (zumindest für die, die Spanisch sprechen) und – dem Infernalischen sei es gedankt – zum Glück nicht vor sich hin rumpelnden Drums. Und wer eine High-End-Produktion erwartet hat, liest hier wahrscheinlich eh das falsche Review oder hört sonst um einiges anspruchsvollere Musik. Vom Opener „La sombra en la ciénaga“ an bis zum Closer, dem Titeltrack „Guerra eterna“, wird hier der Black Metal in all seiner Ursprünglichkeit zelebriert. An alten Thrash angelegtes Drumming trifft auf tiefe, verzerrte Gitarren, die in den Solos jedoch auch schon mal in den höheren Tonlagen wimmern. Dabei schaffen es die Spanier, keine Gleichförmigkeit aufkommen zu lassen, wie man den auf den Opener folgenden Tracks „Razas del sepulcro“ und „La marca del hereje“ anhören kann. Das Niveau ist gleichbleibend hoch und wird auch durch die beiden kurzen Instrumentals „Despositio haereticorum“ und „Ritos funerarios“ nicht unterbrochen. Im Gegenteil: Zweiteres legt atmosphärisch sogar noch eine ganze Schippe oben drauf und bereitet den Hörer auf die letzte Viertelstunde vor, die mit „Vástagos de la abominación“ eingeläutet wird und ein erneuter Beweis für das Können des Trios ist, dem sonst gerne mal als nicht sonderlich ernst zu nehmenden War Black Metal seine Existenzberechtigung zu verschaffen. „Centinela de los túmulos“ sowie der abschließende Titeltrack bilden da weiterhin keine Ausnahme und sorgen so dafür, dass „Guerra eterna“ zu einem wahren Schmuckstückchen wird.

Eines ist besonders wohltuend: dass alle Songs (ausgenommen die Instrumentals) zwischen drei-einhalb und und sechs-einhalb Minuten lang sind. Wer ausschließlich derbes Geknüppel bevorzugt, wird hier angenehm überrascht werden, ebenso diejenigen, die sonst eher auf ausgefeiltere Songstrukturen abfahren. Ein Spitzendebüt, dass man sich jetzt unbedingt auf LP holen sollte, wo diese Art von Musik definitiv drauf gehört! Pflichtkauf!!! +++ 8,5 / 10 Punkten

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Copyright: Iron Bonehead Productions / Sacrificio
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SACRIFICIO – Guerra eterna
Black Metal from Spain
Label / Vertrieb: Nuclear War Now! Productions / Iron Bonehead Productions (CD + LP) & Bandcamp (Download)
Running time: 34:24 minutes
Release date: 09.12.2016 (CD) / 01.02.2017 (LP)

www.shop.ironbonehead.de
www.bandcamp.com

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