UNRU – Als Tier ist der Mensch nichts

Copyright: Unru
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Gerade erst haben Wind in His Hair ihre Debüt-EP veröffentlicht, auf der sie zeigen, dass man Black Metal durchaus ansprechend mit Crust verbinden kann, ohne dass dadurch große Stilbrüche erzeugt werden. Bereits seit 2012 jedoch experimentieren die Bielefelder UNRU mit diesen Elementen, was sie quasi zu den Pionieren in diesem noch recht jungen Soundgefüge macht. Nach einer Demo, zwei Split’s und einer Single legte man bereits im vergangenen März das Debüt-Album „Als Tier ist der Mensch nichts“ vor. Die 36 Minuten sind ein wahrer Ausbund an Experimentierfreude, wie gleich zu Beginn der Opener „Zerfall & Manifest“ beweist, in dem beinahe ambient-artige düstere Klänge auf fast verstörend zu nennenden Black Metal trifft.Der Sound ist insgesamt extem düster geraten, sowohl durch die relativ tief gestimmten Gitarren als auch der Produktion wegen, die das Gesamtgefüge atmosphärisch gut zusammenfasst. Im Mittelpunkt steht die Instrumentalfraktion, während die Vocals das Ganze umrahmen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Besonders gefällt dabei, dass die beiden mittleren von insgesamt vier Tracks Überlänge haben (12-einhalb bzw. 10 Minuten) und zu keinem Zeitpunkt irgendwie langweilig klingen. Man höre einfach mal am Stück „Das Anna-Karenina-Prinzip“, das dermaßen fies, abwechslungsreich und mit einer gewaltigen Fuck off!!!-Attitüde aus den Boxen knallt, dass manch andere Band für so eine Eruption töten würde. Absoluter Wahnsinn! „Hēdonée“ macht es sich mit seinen zermürbenden Soundkulissen zu Beginn nicht gerade einfach, bevor es nach beinahe drei Minuten in ein wahres Ungeheuer aus Crust und schwärzestem Doom mutiert, das mit aller Urgewalt über dich hereinbricht und dem Ganzen mit Vocals wie aus den tiefsten Niederhöllen die Krone aufsetzt. Das ist weder leicht zu konsumieren, noch soll es das sein. So gesehen kann man vom Rausschmeißer „Totemiker“ dann fast wieder von einem „normalen“ Song sprechen. Fast: Denn auch hier bündeln sich wieder eine monströse Soundkulisse und extrem düsterer Black Metal. Und rein von der Atmosphäre her empfinde ich das Stück als aggressivstes des Albums. Ein sehr gelungener Abschluss. Da bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass die Spielzeit genau richtig ist. Denn länger als diese 36 Minuten hält man es nicht aus, ohne kaputt zu gehen. What a hell of a ride!!! Also: Scheuklappen weg und sich mit „Als Tier ist der Mensch nichts“ auseinandergesetzt! Da steckt jede Menge Potenzial drin! +++ 8,5 / 10 Punkten

Ihr habt nun zwei Möglichkeiten, dieses Album zu erwerben: Über den Shop von Supreme Chaos Records, wo ihr es als CD und LP kaufen könnt, ober aber über den Bandcamp-Shop der Band in digitaler Form. Da dort jedoch bereits alle physischen Formate als ausverkauft angegeben werden, solltet ihr besser bei Supreme Chaos Records vorbeischauen. Das Vinyl gibt es noch in clear (limitiert auf 250 Exemplare); schwarz (150 Exemplare) und orange/black-marble (100 Exemplare inkl. Patch) sind auch auf SCR ausverkauft. Dort erhaltet ihr jedoch auch noch das Tape in gelb.

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UNRU – Als Tier ist der Mensch nichts
Black Metal / Crust from Germany
Label / Vertrieb: Supreme Chaos Records (CD + LP) & Bandcamp (Download) / LP + Tape released under license from Monotonstudio Records
Running time: 36:01 minutes

www.scrmetal.de
www.bandcamp.com

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