AU CHAMP DES MORTS – Dans la joie

Copyright: Au Champ des Morts
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Frankreich galt ja noch nie sonderlich als Hochburg für wirklich erstklassigen Black Metal. Zu experimentell, zu avantgardistisch und stellenweise sogar zu belanglos klangen viele der Bands (und als Halbfranzösin sage ich das wirklich nicht gern). Seit sich der Black Metal jedoch vor einigen Jahren zu modernisieren begonnen hat und seitdem immer mehr genrefremde Einflüsse in das ursprüngliche Klanggerüst einfließen und dies von zum Teil hochtalentierten Musikern bewerkstelligt wird, sieht es in dieser Hinsicht ganz anders aus. Bestes Beispiel sind die seit gerade mal 2014 aktiven AU CHAMP DES MORTS aus Clermont-Ferrand, die Ende Januar ihr Debüt „Dans la joie“ veröffentlichten. Dem vorausgegangen war 2016 eine EP namens „Le jour se lève“. Bereits da war zu erkennen, dass die Mischung aus atmosphärischem Black Metal, Post-Rock-Elementen sowie von Anleihen aus dem Post-Black Metal extrem stimmig wirkt.Das Konzept wurde nun auf dem Album noch mehr verdichtet und beinahe bis zur Perfektion gebracht. In den 52 Minuten wird hier ein so fantastischer Spannungsbogen aufgebaut, dass es zudem schwer fällt, einzelne Tracks herauszustellen. Die Melodien, das Riffing, die zwischen Raserei und hymnischem Midtempo pendelnden Songs sind so abwechslungsreich gestaltet, dass es eine wahre Freude ist, sie immer und immer wieder zu hören. Lauscht einfach mal „Après le carnage“, dann werdet ihr das nachvollziehen können. Denn einen Song mit solch einem Titel (übersetzt etwa „Nach dem Gemetzel/Blutbad“) mit dieser fast sehnsuchtsvollen Musik zu untermalen, zeugt von großer Kunst. Nicht anders „Le sang, la mort, le chute“, der als weiteres Element noch an einigen Stellen Klargesang hinzufügt, der allerdings eher vom Schmerz als von Hoffnung kündet. Positiv herauszuheben ist auch, dass trotz der Länge der einzelnen Tracks (bis auf einen ist keiner kürzer als sechs Minuten) das Hören nicht zur Arbeit wird. Obwohl man sich auch mit diesem Album intensiv befassen muss, um jede Nuance nachvollziehen zu können, lässt es sich durchaus auch mal „nebenbei“ hören, ohne dass es an einem vorüber rauscht. Ebenfalls angenehm ist, dass die Post-Elemente als Ergänzung zum Black Metal dienen und nicht von Grund auf den Sound bestimmen. Und selbst wenn sie streckenweise auch mal in einem Track zu dominieren scheinen wie in „Contempler l’abîme“, so sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Denn vergleicht man „Dans la joie“ einmal bspw. mit dem aktuellen Release von Heretoir, „The circle“, so steckt in ersterem wesentlich mehr Black Metal. Den Titeltrack kann man als den absoluten Höhepunkt bezeichnen. Wer in diesem 10-Minüter nicht seine ganze Gefühlspalette wahrnimmt, der ist wirklich und wahrhaftig bar jeder Emotionen. „L’etoile du matin“ und „La fin du monde“ (ein reines Akkustikstück) schließen sich dem atmosphärisch dann ganz nahe an und beschließen ein Album, wie man es in dieser Qualität nicht allzu oft zu hören bekommt. Ich bin mal wieder absolut geplättet und kann dieses Album nur JEDEM empfehlen. Reinhören, kaufen und darin versinken!!! +++ 9 / 10 Punkten

Dieses wunderschöne Album erhaltet ihr über den Shop von Debemur Morti Productions als CD, Doppel-LP (inkl. Bonustrack) sowie als Special-Edition-DLP (limitiert auf 66 handnummerierte Exemplare). Zudem steht euch die Möglichkeit offen, es als Download über Bandcamp zu erwerben.

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AU CHAMP DES MORTS – Dans la joie
Black Metal from France
Label / Vertrieb: Debemur Morti Productions (CD + LP) & Bandcamp (Download)
Running time: 52:10 minutes

www.debemur-morti.com
www.bandcamp.com

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