Bandspecial: CIRITH GORGOR

Copyright: Cirith Gorgor
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Ab einem gewissen Alter kommt für die meisten Metaller wahrscheinlich der Zeitpunkt, an dem man sich gerne an ältere Alben oder Bands erinnert, mit denen man ganz besondere Erinnerungen verbindet. Das hat nicht unbedingt immer etwas mit Nostalgie zu tun, sondern vielmehr damit, dass wir mit eben diesen Alben oder Bands ganz besondere Emotionen verbinden. Metal an und für sich und ganz besonders Black Metal ist nun mal eine hochemotionale Musikrichtung, die das ganze Spektrum unserer Gefühlswelt abdeckt. Aus diesem Grunde fiel die Entscheidung, eine weitere Rubrik aus der Taufe zu heben: Bandspecials. Es soll hier nicht nur um die Musik an sich gehen, sondern auch darum, was man mit den Bands selber verbindet, welche Alben ganz besonders berührt, inspiriert oder auch einfach mal richtig geärgert haben.
Für das erste Special habe ich mir daher eine Band herausgesucht, die ich seit Demotagen kenne, supporte und die mich in vielerlei Lebenslagen begleitet hat: das holländische Black Metal-Kommando CIRITH GORGOR.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich irgendwann 1997 in einem Fanzine etwas über das gerade erschienene Demo „Mystic legends…“ las. Es wurden da Vergleiche mit schwedischen Knüppelbands wie Marduk, Setherial und Dark Funeral gezogen. Bands, die ich zu der Zeit ganz gerne gehört habe. Vor allem da ich Marduk’s Legion für einen der besten Frontmänner im Black Metal hielt (und bis heute halte) und ich mir deshalb selber ein Bild von der Band machen wollte. Kurz darauf lag das Demo also im Briefkasten; doch nach dem ersten Durchhören war ich nicht so wirklich begeistert. Für mich hatte sich das damals noch zu sehr danach angehört, als wüsste die Band nicht wirklich, wohin die musikalische Entwicklung nun gehen sollte.

Copyright: Cirith Gorgor
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Schon das Intro (gleichzeitig der Titeltrack), ein nur eine Minute kurzes Klaviergeklimper, weckte nicht gerade große Hoffnungen. Zumal ich damals schlicht auf dem Standpunkt stand, dass so etwas nur Dissection dürften. Mit „Darkness returns“ ging es dann allerdings richtig los und das erste, was mir im Gegensatz zu den genannten Schweden auffiel, war die vergleichsweise hohe Melodiösität CIRITH GORGOR’s. Nicht die Art von Melodien, die einen ganzen Song tragen und der Gesamtatmosphäre stets etwas Leichtes und Angenehmes verpassen. Sondern die Art von Melodien, die von der Lead-Gitarre gespielt werden, während die Rhythmus-Gitarre mächtig rumrifft. Im Grunde also genau das, was andere Black Metal-Bands zwar auch schon gemacht, in dieser Form jedoch nie konsequent durchgezogen hatten. Das gefiel mir richtig gut, obwohl auch die restlichen drei Tracks „Winter embraces lands beyond“, „Shadows over Isengard“ und „Perishing nights (A nocturnal gathering)“ nach eben diesem Schema gestrickt waren. Und dafür, dass es ein Demo war, konnte man immerhin schon von einer richtig guten Produktion sprechen. Ein Umstand, der einen Punkt auf die Haben-Seite der Band verbuchte, denn Mitte der Neunziger war das alles andere als Standard…

Mit dem ersten Album „Onwards to the spectral defile“ sah die Sache 1999 dann schon anders aus. Zwar hörte man hier immer noch deutlich, welche Bands Pate standen, ganz besonders die vorher schon genannten Schweden. Allerdings war bereits jetzt ein Element schon verdammt gut ausgebaut worden, wofür ich CIRITH GORGOR bis heute unverzichtbar finde: Nämlich die kurz eingebauten Breaks inmitten der ganzen Blastspeeds, die für einen kurzen Augenblick das Tempo rausnehmen, um dann sofort wieder anzuziehen.

Copyright: Cirith Gorgor
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Schon die Eröffnung mit „The declaration of our neverending war“ schmiss mich fast aus den Socken. Ein sau-aggressiver Track (obwohl man über den im Hintergrund doch erkennbaren Klargesang streiten konnte), der direkt die Marschrichtung vorgab. Zumindest grob. Denn mit „Winter embraces lands beyond“ folgte dann einer von drei auf diesem Debüt vertretenen Demotracks. Natürlich neu eingespielt und auch in der Wirkung aggressiver als noch zwei Jahre vorher. Aber bis heute finde ich, dass die Riffs hier doch ein klein wenig holprig klingen. „Through burning wastelands“ hinterließ da schon deutlich mehr verbrannte Asche. Drei-einhalb Minuten straightes Geprügel, dass jetzt nicht besonders innovativ war; aber ein Solo einzubauen, dass eher nach klassischem NWOBHM als nach schwarzem Stahl klang: das war für die damalige Zeit mutig. Mit „Sons of the new dawn“ zeigte die Band dann auch erstmals, dass man diese Art von Musik nicht vom ersten Takt an mit Blastspeeds füllen muss, sondern dass man durchaus auch mal ein wenig epischer einsteigen darf. Und noch eines lernte ich währnend dieser sieben-einhalb Minuten: Nämlich, dass auch diese lange Spielzeit im Hochgeschwindigkeits-Black Metal ihre Daseins-Berechtigung hat. Sofern sie abwechslungsreich genug ist, wie eben gerade hier. Wieder relativ viele klassische Heavy Metal-Einflüsse kamen im Instrumental „A hymn to the children of Heimdall“ zum Tragen, welches ohne Übergang in den zweiten Demotrack „Darkness returns“ führte. Eigentlich war das recht elegant gelöst, da man so aus zwei im Grunde nur jeweils etwas mehr als zwei Minuten langen Tracks einen fast fünf-minütigen machte. Das folgende „Wandering Cirith Gorgor“ feuerte dann weiter aus allen Rohren und wer anhand des Titels dachte, es würde nun ruhiger werden: Tja, fail… Spätestens hier zeigten sich auf jeden Fall erste Verspannungen in der Nackenmuskulatur, obwohl man mit den noch folgenden „Ephel Duath (A warrior’s tale)“ und „Shadows over Isengard“ (letzterer der dritte Demotrack) ein verdammt starkes Abschlusstriple ablieferte. Bis heute gefällt mir zwar der auch in der Demoversion schon vorhandene „hymnische“ Klargesang in „Shadows…“ nicht sonderlich, aber das ist wirklich nur Kritik am Rande und zudem leicht zu verschmerzen. Das instrumentelle „Thorns of oblivion“ beschließt letzten Endes ein Album mit Klaviermusik, die wieder ein wenig belanglos klingt, allerdings auch einen krassen Gegensatz zum restlichen Album bildet. Fazit: Ein fast erklassiges Debüt, dass jeder im Schrank stehen haben sollte.

Komplett zum Fan wurde ich dann jedoch mit dem 2001 erschienenen Album „Unveilling the essence“. Schon beim Eröffnungstrack „Conquering the shadowworld“ fiel mir dermaßen die Kinnlade runter, dass ich mir sagte: „Das Album kann ja gar nicht schlecht sein“. Rückblickend erzeugte die Produktion zwar nicht den Druck des Vorgängers, da sie ein wenig dumpf klingt; aber die Energie der Band troff trotzdem aus jedem Riff, aus jedem Hit auf die Snare und ich gebe zu, dass Schreihals Nimroth hier zu einem meiner absoluten Lieblings-Frontmänner wurde. Und diese Meiung vertrete ich auch heute noch, gut 16 Jahre später. Viele der Riffs erinnern einfach an komplett wahnwitzig schnell gespielte oder einfach tiefer gestimmte NWOBHM-Riffs, was sich auch gut im Titeltrack nachvollziehen lässt. Spätestens jedoch der dritte Track „Bellum Germanicum“ hat mich schließlich dermaßen umgeblasen, dass er bis heute zu meinen absoluten Lieblingstracks zählt; und ich bin ganz bestimmt keine Freundin von Einzeltracks. Der Song beinhaltet schwarzmetallische Epik, nordische Raserei und das (meiner Meinung nach) geilste „Raise-your fist“-Riff zu Beginn eines Songs im Black Metal.

Copyright: Cirith Gorgor
Copyright: Cirith Gorgor

Aber ganz ehrlich? Im Grunde kann man sich das Album anhören und findet bis auf eine Ausnahme nur Songs darauf, die schlicht und ergreifend absolute Nackenbrecher sind. Die folgenden „Northern spell of warcraft“, „Into a nightly silence“, „A twilight serenade“ und „The stormrulers“ (The art of Megalomania)“ führen im Grunde die bisherigen Stärken fort und sind dabei jedoch so abwechslungsreich, dass sich kein Track wie der andere anfühlt. Bis heute ist mir noch der leichte Verriss der Scheibe im Rock Hard mit gerade mal 7 Punkten in Erinnerung, in dem genau das Gegenteil angemäkelt wurde. Das einzige Stück, was man sich hätte schenken können, war „Visions of a distant past“. Diese Klavierstückchen beherrschten halt einfach nur Dissection (ich weiß, ich wiederhole mich)…

Und dann erschien 2004 „Firestorm Apocalypse – Tomorrow shall know the blackest dawn“. Lagen zwischen Demo und den beiden ersten Full-length-Alben jeweils zwei Jahre, so musste man auf dieses hier drei Jahre warten, die immerhin von einer Demo („Demonic incarnation“) und einer EP („Through woods of darkness and evil“; beide 2002) ausgefüllt wurden. Im Gegensatz zum Vorgänger erschien es diesmal bei Release auch gleich als Doppel-LP, wofür ich heute noch dankbar bin. Alleine schon die von der CD leicht abweichende Aufmachung war Ketzer Records richtig gut gelungen.

Cover CD / Copyright Cirith Gorgor
Cover CD / Copyright: Cirith Gorgor
Cover LP / Copyright: Cirith Gorgor
Cover LP / Copyright: Cirith Gorgor

Beim ersten Durchlauf des Albums fiel mir erstens auf, dass die Tracks nun viel durchdachter klangen; zwar immer noch unverkennbar nach CIRITH GORGOR, jedoch hörte man die Weiterentwicklung der Band im Songwriting deutlich heraus. Zweitens war auch diese Produktion hier wieder nicht übermäßig druckvoll, jedoch sehr ausdifferenziert, so dass sie selbst unter dem Kopfhörer über längere Zeit hinweg keine Kopfschmerzen bereitete. Drittens die lange Spielzeit von annähernd einer Stunde, was mir bei dieser Art von Musik (nun gut, im Prinzip sogar generell) einfach zu lange ist. Interessanterweise war mir das hier jedoch egal, denn die Tracks greifen so gut ineinander über, dass man einfach gespannt ist, mit was die Band als nächstes aufwartet. Schon das Eröffnungstriple „The gates of hell“, „Degeneration of mankind“ und „Arcane illusion“ (zusammen etwas mehr als 22 Minuten) reißen dich einfach mit. Und im Black Metal mal eben einen Song mit einer Spielzeit von 10 Minuten als Opener zu wählen, spricht auch für das Selbsbewusstsein CIRITH GORGOR’s. Starkes Material. Dann jedoch mal wieder ein Instrumental: „Prelude to the final holocaust“ ist zwar kein Klavierintermezzo und soll in die nun folgenden, lose durch ein Konzept verknüpften vier Tracks einführen, jedoch reißt es den Hörer schon ein wenig aus der Stimmung. Egal, denn mit „Fields of eternal glory“ gibt es dann so etwas wie den ersten Midtempo-Track. Jedenfalls das erste Drittel der insgesamt 10 Minuten, bevor er wieder ins unvermeidliche Blasten verfällt. „Perishing nights“ schließt anschließend quasi den Kreis zum „Mystic legends…“-Demo, da es der letzte Track von selbigem ist, der noch kein Re-recording erfahren hatte. Und der fügt sich richtig gut in den Gesamtsound ein (was ich so nicht erwartet hätte) und schließlich nahtlos in „Eternal damnation“ hinüberführt. Spätestens jetzt würde sich bei den meisten anderen Alben der Effekt einstellen: kommt mal zum Ende. Bei mir war es hier so, dass ich zwar auch endlich zum Abschluss- und gleichzeitig Titeltrack kommen wollte; jedoch war das reine Neugier. Der Opener ein Zehn-Minüter, der Closer ein Elf-Minüter. Überrascht war ich, als nach acht Minuten die Raserei ein Ende fand und man in ein ruhiges Instrumental überging. Und was soll ich sagen? Zum ersten Mal funktionierte ein solches tatsächlich. Denn am Ende saß ich einfach nur da und dachte: Ja, wie jetzt? Album schon fertig? Es gab an dem Album einfach so gut wie nichts auszusetzen (von den genannten Punkten abgesehen) und tendierte daher recht schnell nicht nur zum meiner Meinung nach besten CIRITH GORGOR-Album sondern ist auch heute noch eines meiner absoluten Lieblingsalben (obwohl es – seien wir ehrlich – niemals in einer Liga mit Mayhem, Watain oder aktuell selbst Stygian Temple spielen wird).

In den auf „Firestorm Apocalypse“ folgenden drei Jahren war es wieder recht ruhig um die Band geworden. Man releaste zwar 2006 eine Split-EP mit Mor Dagor („Demonic incarnation“), jedoch konnte diese nicht so wirklich die Lücke füllen. Als 2007 endlich der neue Release „Cirith Gorgor“ vor mir lag und ich ohne großartig ins Booklet zu schauen die CD in die Anlage schob, war ich natürlich auf ein weiteres Album mit der Klasse des Vorgängers gespannt. Nach dem Drücken der Starttaste die ersten Takte von „Total annihilation“: druckvolle Produktion, am Riffing sind die Niederländer auch sofort zu erkennen… Aber das ist doch nicht Nimroth, der da kreischt? Ein Blick ins Booklet sagt uns dann, dass die Vocals auf diesem Album nun Levithmong (ebenfalls Drums) übernommen hat. Und so geil die Musik auch wieder ist, ziehen die austauschbaren Vocals CIRITH GORGOR leider ein wenig nach unten.

Copyright: Cirith Gorgor
Copyright: Cirith Gorgor

Man sollte das nicht so verstehen, als ob „Cirith Gorgor“ ein schlechtes Album wäre. Im Gegenteil: sowohl musikalisch als auch produktionstechnisch ist das Album auch heute noch absolut hörenswert. Nur haben die Vocals eben absolut keinen Wiedererkennungswert und klingen dazu noch verdammt dünn, weil einfach zu weit in den Hintergrund gemischt oder gar komplett ohne Druck aufgenommen. Vor allem würde mich bis heute interessieren, weshalb Nimroth hier nicht dabei war (wer etwas weiß: ab damit in die Kommentare). Mehr gibt es dazu auch eigentlich nicht zu sagen. Die einzelnen Tracks bewegen sich auf dem gewohnt hohen Niveau, die Spielzeit von 51 Minuten wirkt auch diesmal nicht künstlich in die Länge gezogen und als Anspieltrack könnte wirklich jeder der sieben Tracks fungieren. Mittlerweile denke ich zwar, dass die Vocals halt Geschmackssache sind, aber naja…

Vier Jahre musste man warten, bis man 2011 mit „Der Untergang… / Победа!!!“ wieder ein Album in den Händen hielt. Erstaunlicherweise zu diesem Zeitpunkt nur als auf 500 Exemplare limitiertes Vinyl über – obacht! – Untergang Records aus den Niederlanden. Und das war auch der einzige Release, den dieses Label jemals veröffentlichte. Ein Schelm, wer ein band-nahes Umfeld vermutete… Der CD-Release erfolgte schließlich 2014 wieder über Ketzer Records.

Copyright: Cirith Gorgor
Copyright: Cirith Gorgor

Das Cover implizierte bereits, dass es sich hier um ein Konzeptalbum handeln könnte. Die Tracklist bestätigte diese erste Annahme und die Luftschutzsirenen im Intro untermauerten das Ganze noch einmal.  Das Intro selbst bildet ein langsames (jedoch nicht doomiges) Instrumental, dass die Stimmung des kompletten Albums schon gut einfängt. Da die Tracklist der LP hinsichtlich der Titel komplett unterschiedlich zur CD ist, verzichte ich hier auf die Darstellung derselben (es wird in absehbarer Zeit jedoch ein weiteres Special über die WWII-Thematik im Black Metal geben; dort werde ich dann auch dieses Album noch mit einfließen lassen und auch die Tracklists „auseinanderpflügen“). Überraschung Nummer Eins: Nimroth ist wieder an den Vocals! Überraschung Nummer Zwei: Es gibt erstaunlich viele Midtempo-Passagen auf dem Album. Und die sind richtig gut gelungen. Gut, die Produktion böllert stellenweise nicht mehr ganz so stark aus den Boxen wie im Vorgänger, ist jedoch trotzdem äußerst differenziert und ausgewogen. Selbst mit etwas mehr als fünf Jahren Abstand seit dem Erstrelease macht es mir noch saumäßigen Spaß, das Album zu hören. Die 35 Minuten sind genau richtig abgemessen, die instrumentellen Stücke wirken nicht mehr wie Lückenfüller und das Konzept als solches funktioniert halt einfach. „Der Untergang…“ gehört definitiv zu meinen Top-3-CIRITH GORGOR-Alben („Firestorm…“ auf Platz 1, „Unveiling…“ Platz 2).

Es wurde nun erneut ruhig um die Band. Satte vier Jahre dauerte es, bis man 2015 mit einer Split mit den Landsleuten von Kjeld wieder ein kurzes Lebenszeichen von sich gab. Nach weiteren 10 Monaten erschien 2016 dann endlich das sechste Full-length-Album „Visions of exalted Lucifer“. Und wenn ich durch die Split nicht bereits gewusst hätte, dass hier wieder ein neuer Sänger am Werk wäre, so hätte ich vermutlich zunächst einmal das Booklet genau nach dem Line-up studiert. Eines vorweg: Auch wenn Nimroth für mich persönlich DIE Stimme CIRITH GORGOR’s bleiben wird, so macht der neue Mann am Mikro, Satanael, einen verdammt guten Job. Seine Vocals sind eher in den heiseren Mittellagen anzutreffen, was zum Gesamtsound definitiv passt.

Copyright: Cirith Gorgor
Copyright: Cirith Gorgor

Technisch hat die Band wieder einen Sprung nach vorne gemacht. Es brauchte zum ersten Mal mehrere Durchläufe, bis man das Album als Ganzes aufnehmen und die Songstrukturen auch nachvollziehen konnte. Ehrlich gesagt hätte ich zunächst niemals auf CIRITH GORGOR getippt, hätte man mir „Visions of exalted Lucifer“ ohne jegliche Beschriftung gegeben. Die Trademarks im Riffing sind zwar immer noch da, aber dennoch erinnert mich das alles doch recht an neuere Enthroned (eine Band, deren Frühwerke ebenfalls weit oben in meiner Lieblingsliste stehen). Es ist ja kein Geheimnis, dass ich zu der Sorte Metaller gehöre, denen die musikalische Veränderung der Lieblingsbands äußerst schwer fällt. Nach einem Jahr ausgiebigen Hörens habe ich mich jedoch auch mit diesem Album weitestgehend arrangiert. Es ist wahrlich kein schlechtes Album, bietet viel Abwechslung und ist – rein von der künstlerischen Entwicklung der Band her gesehen – sicher das ausgereifteste Werk der Holländer. Aber das Zeug zum Klassiker: das hat es leider nicht…

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass ich all denen danke, die bis hierher durchgehalten haben. Wem ging es ähnlich oder wer hat eine komplett andere Auffassung? Immer rein damit in die Kommentare. Ich freue mich über jede Meinung und über jeden Diskussionsanstoß. Und wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist: Am einfachsten kann man sich den Backkatalog der Band über Bandcamp zulegen. Ansonsten einfach mal über Ketzer Records oder beispielsweise den Cudgel Vertrieb nach den noch etwas neueren Sachen durchforsten. Für die älteren Sachen bleibt da immerhin noch ebay oder Discogs.

Copyright: Cirith Gorgor / Mira666
Copyright: Cirith Gorgor / Mira666

www.cirithgorgor.nl
www.bandcamp.com
www.ketzer-records.de
www.cudgel.de
www.metal-archives.com

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