GATEWAY TO SELFDESTRUCTION – Death, my salvation

Copyright: Northern Silence Productions / Gateway to Selfdestruction
Copyright: Northerns Silence Productions / Gateway to Selfdestruction

„Die Lyrics beschreiben den Moment, in dem jemand entscheidet, weiterzuleben oder zu sterben sowie die Geschichte hinsichtlich dieser Entscheidung und ihrer Folgen.“ So lautet ein Auszug aus dem Promoblatt der noch jungen Zwickauer Band GATEWAY TO SELFDESTRUCTION, der mich hinsichtlich der philosophischen Komponente inhaltlich schon mal sehr angesprochen hat. Anhand dieses lyrischen Konzeptes sowie Bandnamen und Albumtitel habe ich bereits damit gerechnet, dass wir es hier mit Depressive Black Metal zu tun haben. Die Erwartung trog auch nicht. Zum Glück haben wir es hier nicht einfach mit einem weiteren SHINING-Abklatsch zu tun (auch wenn sich Einflüsse der Schweden im Gesamtsound nicht leugnen lassen). Dafür ist das musikalische Spektrum doch sehr weit gestreut. Hin und wieder leuchten auch Elemente mittlerer KATATONIA hervor, insbesondere in den in die Songs eingewobenen Gitarrenmelodien, die einen hervorragenden Kontrast zu Mara’s Schreien bilden. GATEWAY TO SELFDESTRUCTION haben eine Sängerin, was nach wie vor innerhalb des Black Metals doch sehr ungewöhnlich ist (warum eigentlich?) und deren Stimmlage mich ein wenig an Onielar von DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT erinnert. Und das ist auch mein einziger Kritikpunkt, den ich an diesem für ein Erstlingswerk wirklich ausgezeichneten Album anbringen kann: Die Vocals sind für diese Art von Musik ein wenig arg gleichförmig und ohne Dynamik, was Höhen und Tiefen angeht. Da ist noch Luft nach oben. Allerdings kann man diesen Kritikpunkt gleich ein wenig relativieren, zieht man den lyrischen Hintergrund für dieses Album wieder hervor. Musikalisch und produktionstechnisch ist jedenfalls alles so, wie man es erwartet, nachdem man als Produzenten (ebenfalls Mix und Mastering) Patrick W. Engel in den Temple of Disharmony-Studios gewinnen konnte. Es gibt ja, wie ich finde, recht wenige Produzenten, die der Musik eine Produktion um ihrer selbst willen durchführen und nicht, um dieser den eigenen Stempel aufzudrücken. So auch wieder in diesem Fall. Der Gitarrensound flirrt richtig schön abseits der schon genannten Melodien, die Drums sind nicht übermächtig dominant (ich mag übrigens sehr den dunklen Snare-Sound) und auch der Bass ist recht zurückhaltend im Gesamtsound zu finden. Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Vocals und den Gitarren. Exzellente Arbeit. Als Anspieltipps kann ich euch „The blessing“, „Destroyed self“ und „Silence“ empfehlen. Oder vielleicht doch lieber „Soziopath“, was einen leichten Dark Metal-Touch hat? Mich beispielsweise hat „Rigidity“ endgültig für die Band eingenommen. Das bleibt aber ganz euch überlassen. In jedem Fall haben wir es mit einem richtig starken Album zu tun. Ich für meinen Teil bin froh, eine weitere Band entdeckt zu haben, die richtig viel Potenzial für die Zukunft mitbringt. +++ 8,5 / 10 Punkten

Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, dann ordert euch schnell eine der auf 1000 Exemplare limitierten Digipak-CDs bei Northern Silence Productions oder ihr kauft es euch digital im bandeigenen Bandcamp-Shop. Die Jungs und das Mädel haben definitiv eure Unterstützung verdient!

Copyright: Gateway to Selfdestruction
Copyright: Gateway to Selfdestruction

GATEWAY TO SELFDESTRUCTION – Death, my salvation
Depressive Black Metal from Germany
Label / Vertrieb: Northern Silence Productions (Digipak-CD) + Bandcamp (Download)
Running time: 46:36 minutes

www.northern-silence.de
www.bandcamp.com

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